Wasserpumpe (Step-by-Step)

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Inhaltsverzeichnis

Zeichnen eines symmetrischen Körpers

Allgemeine Tipps

Hallo Liebe Mitglieder

Heute will euch - nach längerer Pause meinerseits - einmal zeigen wie ich einen symmetrischen Rundkörper; in diesem Falle eine Wasser - Pumpe zeichnen würde.

Die Pumpe sollte am besten in einer guten Qualität zwischen Din A4 und A6 ausgedruckt, und 1 : 1 übertragen werden.

Im ersten Schritt zeichne ich meist sauber die Mittellinien und Markierungen ein und kontrolliere sie, so dass eine Art Gerüst entsteht. Ich würde dabei empfehlen, nen H - 2H Bleistift zu nehmen und nicht zu stark aufzudrücken (Gräben zu ziehen). Denkt auch daran, dass ihr die Hilfslinien alle wieder entfernen wollt. Auch wäre es von Vorteil, immer mal wieder nachzumessen (ob alles stimmig ist); will aber jetzt nicht unbedingt auf eine haargenaue Kopie hinaus.

Was Ihr vermeiden solltet ist, die Außenkonturen abzupausen, oder aber irgendwelche Captain Blaubär Episkope (oder ähnliches) zur Konturenerstellung zu verwenden. Das zahlt sich auf lange Sicht gesehen nicht aus... Ähnliches gilt für ein Raster, welches über eine Zeichnung gelegt wird. Ich muss gestehen so was ganz gerne für großformatige Werke zu benutzen; aber man sollte bedenken, dass das Raster später störend wirkt, und schwer (ohne Rückstände) zu entfernen ist.

Zu der Nachmesserei fällt mir noch eine kleine persönliche Eigenheit ein. Ich habe zu Anfangs bzw. wenn ich mal wieder nen längeren Hängover hatte, immer meine Positionen nachgemessen, und mich furchtbar darüber geärgert, das Sie manchmal nicht auf den Millimeter passten. Aus der Intuition heraus, zog ich mir dann immer mit Vorliebe meinen Zeichnungsbesen über mein Denkorgan. Bedauerlicherweise wurde das immer fester, so das ich am Morgen öfters mal mit einer Beule aufwachte.

Nunja, macht es mir lieber nicht nach *lol*.

Mein Arbeitsplatz

Ich arbeite für kleinere Formate bevorzugt auf einer A2 Zeichenplatte, welche in einem Winkel von ca 45 - 60 Grad aufgestellt ist.

Working place 01.jpg
Working place 02.jpg


Da komm ich an jede Partie ran; und brauche keine Angst zu haben; das mein Bauch im Weg ist. Außerdem is das Teil wunderbar im Bereich des Fernsehers platziert; um so Mist wie Gute Zeiten, Schlechte Zeiten nicht zu verpassen *lol*.

Für umfangreichere Arbeiten, weiche ich lieber auf meine Staffelei aus, welche Projekte größer eines Meters zulassen und bauchmässig immer noch recht gutmütig ist

Meine Bleistifte

Tja; da gibt's an sich nicht viel zu sagen, ich hab so ein Uralt Set von Rexel Cumberland; welches leider vom Graphit her, in die Jahre gekommen ist (wie manch einer meiner Mod-Kollegen hier ;D); und sich in der Spitzmaschine nicht mehr verarbeiten lässt. Eine Spezialmarke kann ich leider nicht empfehlen, meines Wissens ist die Marke aber noch im Handel erhältlich.

Pencirls.jpg


Die ersten 4 von links sind normale Bleistifte; der nächste is der Fine-line Stift. Dann kommt der TK-Stift und zuguterletzt der massacred pencil; mein wichtigster Stift, welchen ich aber inzwischen in der Form nicht mehr verwende.

Meine Stärken gehen von 5H bis 10B, wobei der H Stift (Massacred pencil); wie man auf dem Bild sieht, speziell bearbeitet ist. Den Grund dafür liefere ich euch detaillierter in Part II. Es kommt vor, das ich auf einen TK Stift ausweiche; speziell dann, wenn ich einen massacred pencil wieder mal beim Spitzen von seiner Miene befreit habe (broken). Diese setze ich dann in den Tk-Stift ein; welchen ich aber sehr ungern benutze, da er schlecht in der Hand liegt. Ich hab auch schon mit Fine-linern rumexperimentiert; die aber leider noch viel schlechter in meinem Greifwerkzeug (Hand) liegen.

Radierer

Da arbeite ich am liebsten mit weichen Radierstiften, einem weichen Flächenradierer und meinem Lieblingsteil; dem elektrischen Monsterradierer (hähähä).

Eraser.jpg


Wie man richtig vermutet, liegt der Monstereraser auf der linken Seite; den Rest werdet Ihr ohne weiteres erkennen. Der dritte von rechts is der Glasfaserradierer; ein sehr gefährliches Teil. Wenn man da beim erasen nicht aufpasst; hat man die Glasfasersplitter in den Fingern, welche wie kleine Spreisel wirken können ... auauau

Den zuletzt genannten, nehme ich gerne um hauchfeine Linien z.B. in Haare oder andere Stellen zu radieren. Um der Radierspitze einen kegelförmigen scharfen Schliff zu geben; fahre ich immer an einem Schleifpapier entlang. Grobe Dinge mache ich übrigens mit einem weichen Radierstift; ganz einfache Sachen mit dem normalen Radierer. Was ich ebenso gerne benutze ist ein Glasfaserradierer oder die Rasierklinge; wobei letztere sehr schnell das Papier empfindlich verletzen kann. Manchmal nehme auch für Schabungen ein Skalpell.

Was ich seltsamerweise nie probiert habe, ist ein Knetgummi; ich hatte vor Jahrzehnten einen, der hat mir ne Zeichnung ruiniert; warum auch immer. Das Teil hab ich heute noch; ist aber nur noch als Sägemehl zu verwenden.

Spitzer, very important

Da habe ich 3 Sorten; den herkömmlichen; aus der Schulzeit bekannten Spitzer; die Spitzmaschine mit Drehhebel und den Spitzer für TK-Stifte.

Spitzer.jpg


Der ganz Linke is der herkömmliche Spitzer; der daneben der MInenspitzer und die ganz rechts sind Spitzmaschinen

Den normalen Spitzer nehme ich eher selten; wenn dann greif ich zur Maschine mit Hebel. Die bringt eine erstklassige saubere Spitze, welches recht detailliertes Zeichnen im mittleren Bereich zulässt. Um allerdings (Laslo aufgepasst) - speziell bei der Vorzeichnung oder aber zum abschließenden Konturieren, extrem scharfe und akkurate Formen zu bekommen; arbeite ich mit meinen "massacred pencils" welche ich in der Tk-Stift Spitzmaschine bearbeite. Eine schärfere Spitze bekommt man meiner Meinung nach, mit nichts anderem zustande. Es gibt auch die Möglichkeit, mit Schleifpads, den Stiften ungeahnte Formen zu verleihen; ich habs aber nie probiert.

Verwischobjekte

Um meine Schattierungen sauber zu verblenden; nehme ich einen meiner uralten Estompes mit nem Tempo drumherum; oder nimm meinen Finger welcher ebenfalls mit einem Menthol-Tempo ummantelt ist.

Blender.jpg


Ganz links sitzt wieder der Monsterradierer; aber als Schwabbelscheibe modifiziert; den Rest kennt ihr vermutlich

Man kann natürlich auch Wattestäbchen, Pinsel oder der Nachbarskatze Schwanz nehmen; was auch immer. Ich schwör auf meinen modifizierten Radierstift; da schiebe ich vorne anstatt der Radierspitze ein kleines zurechtgeschnitztes Tempo rein, und hab dann eine erstklassige Schwabbelscheibe. Da glänzt dann das Blending wie ein Kinderpopo *lol*.

Papier

Zum Papier kann ich nur sagen; nehmt lieber kein Umweltpapier (zu unrein), und seht zu, das die Grammzahl nicht zu niedrig liegt. Auch sollte eine gewisse Rauheit vorhanden sein; denn, ist das Papier zu glatt; so ist man lange am kämpfen; bis die Hell - Dunkelwerte (Values) erreicht sind. Ich neige zu Papier von z.B. Daler-Rowney, Hannemühle, Schöllershammer ... Auch sind farbige Papiere wie z.B Ton oder Velour oft problematisch; da sie sich nicht rückstandsfrei radieren lassen (eingeschlagene Stellen nach Radierbearbeitung ...).

Sonstiges

Sehr von Vorteil ist natürlich ein feines Schleifpapier, mit welchem man z.B. die Spitze des E-Radierers in Form bringen kann, ein Zirkel oder diverse Schablonen, um runde Formen schnellst möglichst aufzuskizzieren, ein PC mit Scanner und Drucker um Entwürfe zu vergrößern bzw. auszudrucken und last not least 2 gesunde Hände um das alles zu bedienen :D.

Also verehrte Damen und Herren; immer feste mit Pril spülen, und hinterher gut eincremen mit Nivea Creme.

Analyse des Photos

Wie gesagt, wir haben hier einen Rundkörper; da ist es von Vorteil mittels Mittellinien und Markierungen die Konturen festzulegen. Diese Vorgehensweise ist speziell bei technischen Objekten vorteilhaft. Ich habe euch hier 3 Photos zur Veranschaulichung abgebildet.

Pumpe mit Mittellinie
Pumpe mit seitlichen Markierungen
Pumpe mit kompletten Markierungen


Konturenzeichnung

Erstmal *sorry* der schlechten Bildqualität (Schade, sah in echt viel besser aus); ich hoffe den nächsten Schritt scannen zu können.

Meine Konturenzeichnung habe ich mit 4H begonnen und ganz locker durchgezogen. Mit H werde ich weitermachen bzw. die ersten Schattierungen anlegen, radieren und festlegen.

Vorzeichnung


Man muss hier sehr stark auf die Perspektive achten; die haut einem manchmal gerne ab; speziell die nervigen Steine am Boden, und der Wasserfänger.

Erster Schritt – erste Schattierungen

Hier ist der 1. Zwischenstand der groben Ausschraffur der Halbtöne. Halbtöne bedeutet - wie in der Musik - diverse Zwischentöne zwischen dem hellsten und dunkelsten. Ich bin hier im Grunde dabei eine Art der Untermalung, - aber hier noch unverblendet - zu beginnen.

Dies hier ist das unverblendete Beispiel, welche ich mit einem H-Stift angelegt habe.

Zwischenstand


Im zweiten Beispiel habe ich mit einem Estompe - welcher in der Regel noch mit einem Tempo (zwecks besserer Verblendbarkeit) umwickelt wird, vertrieben. Bedauerlicherweise war kein Taschentuch zur Hand; also musste - nach dem Motto, was dem Hintern sehr recht, is für die Pumpe nicht schlecht - ein WC-Papier herhalten. Dies ist eigentlich meine Premiere in dieser Arbeitsweise, aber es funktionierte *lol*!

Pumpe 01 layer fein.jpg


Jetzt beginne ich praktisch, mich mit B2 - B8 Stiften an die Schattierungen zu machen bzw. mit einem Radierstift gewisse Höhungen einzufügen.

Ganz zum Schluss gibt’s dann noch die E-Radierer Kosmetik, diverse Schraffuren usw. Aber soweit bin ich noch nicht....

Ein Tipp am Rande: Wenn Ihr zu den Schattierungen kommt, legt Ihr am besten ein sauberes Blatt unter eure Zeichenhand. Ansonsten lauft Ihr Gefahr, mit eurem Handschweiß die Zeichnung zu verunreinigen (Dunkle Linien/Felder und ähnliches).

Auch würde ich die Radierkrümel, welche doch des öfteren mal anfallen, mit einem kleinen Zeichenbesen abfegen. So bleibt eure Zeichnung immer akkurat und sauber!

Schattierungen vertiefen – erste Details

Hier habe ich nun begonnen, mittel verstärkten Schraffuren die Vertiefungen zu erhöhen

Pumpe 02 layer fein.jpg


Danach bin ich mit dem Radierstift drüber, uu die ersten Höhungen anzulegen bzw. Ersten Details einzufügen. Daraufhin begann wieder das Verwischen, um die zu starke Härte der Radierung wieder wegzunehmen.

Nun beginnt das Spektakel, des Ankickens des Radierstiftes, welcher nicht immer von Erfolg gekrönt ist. Wenn er dann allerdings rotiert, ist es mir möglich, die feinsten Details hinzuzufügen. Man sollte Ihn jedoch immer wieder mit einem Schleifpapier anspitzen...

Vorläufige Endphase

Hier gibt’s eigentlich nicht mehr viel zu erzählen; es ist dasselbige wie oben.

Pumpe 03 layer fein.jpg


Dies bedeutet, die Zeichnung tonal zu vertiefen, verwischen, mit Radiergummis wieder höhen usw.. Die ganze Sache artet nun in eine Art Geduldsprobe aus...

Ich persönlich habe hier nun gestoppt, da mir das Motiv nicht allzu viel gibt, um es detaillierter auszuarbeiten. Zugegenermaßen verhält sich das bei Aktdarstellungen etwas anders :lol: ;)

Schlussbemerkung

Wer nun vorhätte die Zeichnung weiterhin zu vertiefen, dem würde ich empfehlen die dunkelsten Stellen mit Schraffuren (welche nicht verblendet werden) zu versehen.

Dies geht sehr gut mit einem spitzen HB-Stift oder einem TK-Fineliner.

Eine gute Alternative wäre auch der Einsatz einer sehr feinen Airbrush (Turbo Ab – DeVilbis …)mit welcher mit viel Gefühl und etwas Designers Gouache oder auch Wasserfarbe einiges noch rausgeholt werden kann.

Höhungen, würde ich nach wie vor einradieren, wobei der Augenmerk jedoch mehr auf dem technischen/elektrischen Radierer liegt.

Jo, ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit, und hoffe dem ein oder anderen etwas geholfen zu haben

Erstellt von Harley

Btw. An dieser Stelle bedanke ich mich bei Taifuni, für die zur Verfügungstellung ihres Photos.