Vorlagenprojektor selbst gebaut
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Vorlagenprojektor selbst gebaut
Eingangsbetrachtung
Bildvorlagen übertragen Maler auf ihre Malgründe von alters her mit Hilfsmitteln, die dem Wissen und Können ihrer Epoche entsprechen. Denkt man hier nur beispielsweise an die Camera obscura, Camera lucida und den Storchen- schnabel, die in den vorigen Jahrhunderten Verwendung fanden.
In unseren Tagen ist die lichttechnische Projektion von Bildern mit Linsen und Reflektorspiegeln die beste Methode schnell der vielen Skizzen und Ideen Herr zu werden.
Skizzen und Fotos auch Teile davon, die man gerne in ein gemaltes Bild umsetzen möchte bearbeitet man am besten mit einem Episkop. Die Bildvorlagen liegen oft in unterschiedlichen Größen vor. Der Einsatz von käuflichen Apparaten ist dann meist in Frage gestellt. Auch ist die Ausleuchtung der Vorlagen nicht immer die beste, wenn die Fläche die es zu vergrößern gilt über ein bestimmtes Maß hinauswächst.
Aufgabenstellung
Es soll ein möglichst lichtstarker Projektor aus leichtbeschaffbarem Material entstehen.
Realisierung
Als eine leistungsfähige Lichtquelle taugt ein Diaprojektor, der in seiner Funktion für Dias erhalten bleibt. (Wegen der Digitalbildtechnik steht so ein Projektor sowieso meist nur herum) Sein Objektiv ergänzt ein aufsteckbarer Spiegelvorsatz in dessen zylindrischen Teil eine Sammellinse den Lichtstrahl fokusiert und auf den Spiegel lenkt.
Der gebündelte Lichtstrahl fällt durch den schräg gestellten Spiegel abgelenkt, auf die zu be-
leuchtende Bildvorlage. Die Vorlage wird allerdings durch den fokusierten Strahl nicht völlig
ausgeleuchtet. Darum ist es notwendig den Lichtstrahl verstellbar zu machen indem die Lichtquelle,
also der Projektor, beweglich auf einen Koordinatentisch gesetzt wird.
Auf diese Weise lassen sich beliebig große Vorlagen ausleuchten. Außerdem lässt sich der Licht-
strahl durch verdrehen des Vorsatzspiegels seitlich auslenken.
Anfänglich war das Problem der Lichtquellenverschiebung schwierig. Durch den Bau eines Koordinatentischchens aus Holzleisten und den Einsatz von kugelgelagerten Schubladen- Gleitschienen konnte das Problem gelöst werden.
Für das Stativ zu Verstellung des Objektivs konnte ein Geländerpfosten mit einer verschweißten
Befestigungslasche aus dem Baumarkt verwendet werden.
Das Ojektiv ist teilweise aus Sperrholz gefertigt. Die Lupenlinse(Brennweite: f= 16 cm) ist in Al-Blech eingelassen und an die Unterseite des 45° Spiegelgehäuse festgeschraubt. Als Reflektorspiegel dient ein auf die erforderliche Größe zugeschnittener Handspiegel.
Das Getriebegehäuse zur Befestigung des Objektivs ist aus gelochten Stahl- Balkenlaschierungen hergestellt. Darin befinden sich 2 Umlenkrollen und 1 Zahnrad aus einer Fahrradgangschaltung. Das Zahnrad ist fest mit einer Welle und Handrad verbunden
Die Rollen sind mit einer oben am Stativ fixierten Fahrradkette verbunden; durch Drehen des Rades
bewegt sich das Gehäuse mit dem Objektiv zur Justierung der Bildschärfe auf und ab.
Die Kette ist am unteren Ende mit einer Spiralfeder verbunden dadurch wird die Umschlingung der Rollen im Gehäuse gewährleistet.
Aufbauschema
Die unterschiedlichen Vergrößerungen erhält man mit den Veränderungen der Abstände zwischen dem dem Vorlagentisch und der Linse des Spiegelobjektivs und indem man den Malgrund mit der Staffelei verschiebt; zunächst grob, und danach fein justiert mit Objektiv- Verstellung.
Sind die Seitenverhältnisse von Vorlage und Malgrund annähernd gleich, lassen sich schnell die not-
wendigen Abstände für die jeweilige Vergrößerung herstellen.
Zur Vermeidung des Streulichtes in den Raum wird zwischen Bldauflage und dem Objektiv ein dunkler Tuchumhang gehängt. das Tuch ist für die Lichteinstrahlung nach hinten geöffnet.
Der Dia- Projektor mit seiner Essays Luftkühlung ist weiterhin für die Diaprojektion verwendbar.
Natürlich lassen sich an Stelle eines Diaprojektors als Lichtquelle auch andere Strahler einsetzen,
zu bedenken ist jedoch, daß die Lichterzeugung auch mit großer Wärmeentwicklung verbunden ist.
Man sollte deshalb auf Entzündungsgefahr achten.
Wirkungsweise
Die Vorlagen-Projektion bis zum Malgrund ist hier abschließend dargestellt:
Wie schon weiter oben erwähnt leuchtet der gebündelte Strahl die Vorlage nur zum Teil aus.
Deshalb muß der auftreffende Leuchtpunkt mit dem Projektor über die Vorlage geführt und so das
jeweilige Teilstück der Vorlage auf den Malgrund übertragen werden.