Perspektive
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[bearbeiten] Gedanken über die Perspektive
„Perspektive“ kommt ja aus dem lateinischen perspicere = durchschauen.
Na, ich hoffe ich durchschaue das Ganze.
Ach ja, und ich will hier keine wissenschaftliche Abhandlung vornehmen, das können andere besser und es gibt massenhaft Bücher, die sich dieses Themas annehmen. Ich möchte etwas über die Perspektive in der Praxis nachdenken.
Und sollte ich hier gedankliche Fehler machen, so wäre ich sehr dankbar, wenn man diese korrigieren würde. Auch wenn ich hier unverständliches Zeug schreibe.
[bearbeiten] Zentralperspektive
[bearbeiten] Fluchtpunkt und Horizont
So, was haben wir denn:
Da wo ich stehe, ist mein Standort und wo ich hinblicke, ist meine Blickrichtung.
Trifft mein Blick auf einen Punkt am Horizont, so ist das der Fluchtpunkt.
Aber was ist der Horizont ?
Also der Horizont befindet sich immer auf Augenhöhe. Wenn ich stehe, sitze oder liege, steigt oder fällt der Horizont.
Schön, aber was ist nun der Horizont ?
Der Horizont ist, allgemein gesagt, die Trennungslinie zwischen Himmel und Erde, Himmel und Wasser, Himmel und Bergkette oder Himmel und Skyline einer Stadt.
Ok, jetzt habe ich: den Horizont und den Fluchtpunkt, aber noch keine Perspektive. Stimmt. Um Perspektive zu erhalten nehme ich zwei willkürlich gewählte Punkte am Ufer und ziehe von diesen Punkten Linien zu meinem Fluchtpunkt.
Der Bereich, den ich jetzt erhalten habe, ist der perspektivische Bereich. Und da ich und der Fluchtpunkt eine Achse bilden, er liegt mir ja zentral gegenüber, nennt man das Ganz „Zentralperspektive“. Aber ich darf meinen Blick nicht in eine andere Richtung drehen, dann erhalte ich zwar wieder einen Fluchtpunkt, aber keine Zentralperspektive und das wäre ein anderes Thema.
Innerhalb dieses perspektivischen Bereiches kann ich jetzt Objekte malen, z.B. ein Boot am Ufer. Hierbei muss man nur beachten, dass waagerechte Linien immer waagerecht sind und senkrechte Linien immer parallel sind.
Schön, aber so ein Boot gefällt mir nicht geht das auch anders?
Klar, wir müssen nur unsere willkürlich gezeichneten Punkte ein wenig verschieben. Und wir selbst gehen ein Stück nach links, schauen aber immer geradeaus auf unseren Fluchtpunkt.
Von den Punkten am Ufer zeichnen wir wieder Linien, die sich im Fluchtpunkt treffen und schon haben wir wieder unseren perspektivischen Bereich.
Nach den Grundsätzen: waagerecht bleibt waagerecht und parallel bleibt parallel, können wir jetzt mit Augenmaß unser Boot am Ufer in Seitenansicht malen.
Fassen wir noch mal zusammen.
Trifft der Augpunkt (Blick) auf den Horizont so ist dieser Punkt der Fluchtpunkt.
Je nach dem, ob wir stehend,sitzend oder liegend den Horizont betrachten, erhalten wir eine hohe oder niedrige Horizontlinie.
Linien, die von unserem Standort aus zum Horizont laufen, treffen sich im Fluchtpunkt.
Befinden sich auf der Horizontlinie Objekte, so sind sie in die Perspektive mit einbezogen und wir haben hier die Raumperspektive, in der es steigende und fallende Linien gibt.
[bearbeiten] Die Raumperspektive
[bearbeiten] In der Landschaft
Wie der Name schon sagt, werden mit dieser Perspektive „Räume“ gestaltet. Wohnräume, natürlich. Aber auch Landschaften, denn die Raumperspektive gibt dem Motiv die perspektivische Räumlichkeit = Tiefe.
Auf unseren Malgrund haben wir im oberen Drittel eine Bergkette gemalt. Wo aber ist der Horizont ?
Hier hat @Kudeldadeldu=Wolfgang gemeint, sollte ich noch mal nachdenken und ergänzen. Recht hat er.
Klar malt man nicht zuerst die Bergkette, sonder legt die Horizontlinie fest.
Wenn wir in der Natur malen, so ist uns der Horizont, abhängig von unserem Standort, d.h. ob wir stehen, liegen, sitzen oder auf einem Hügel uns befinden oder in einem Tal, vorgegeben.
Malen wir unser eigenes Motiv, so könne wir unseren Horizont, der unserem Motiv entspricht wählen.
Ach ja: Der Horizont ist, allgemein gesagt, die Trennungslinie zwischen Himmel und Erde, Himmel und Wasser.“
Gut und wo setze ich jetzt, bei dieser unregelmäßigen Bergkette, meinen Horizont?
Mein Vorschlag, nicht den höchsten Gipfel wählen, sondern eine Linie, die möglichst viele Gipfel berührt. Auch wenn einige Gipfel dann über den Horizont ragen, macht gar nichts.
Jetzt habe ich meinen Horizont und mein Blick trifft auf diese „Linie“ und damit habe ich meinen Fluchtpunkt. Und ich habe einen hohen Standort gewählt und schaue leicht über die Berkette hin weg. Wenn ich jetzt von jeder Ecke meines Malgrundes eine Linie ziehe oder auch denke, die im Fluchtpunkt endet, so habe ich steigende und fallende perspektivische Linien, die den perspektivischen Bereich festlegen.
Jetzt male ich einen Baum in meinen rechten Bereich. Dieser erste Baum, den ich ohne vorgegebene Größe oder Perspektive gemalt habe, ist wichtig, denn er bestimmt den perspektivischen Bereich aller nachfolgenden, oder auch vor ihm stehenden Bäume.
Denn wenn ich jetzt weitere Bäume male, so muss ich mich zwingend an diesen Bereich halten, um sie in der perspektivisch richtigen Dimension zu malen.
Sollten sie mal über die Bereich leicht hinausgehen, macht gar nicht, dafür sind es ja Bäume.
In gleicher Weise, also mit den Fluchtlinien kann ich eine Gebäudeteilansicht konstruieren.
Als Ausgangslinie, die die Proportionen des Hauses bestimmt, dient die mir am nächsten liegende Hausecke.
Möchte ich das ganze Haus in dieser seitlichen Perspektive abbilden, so kann ich nicht mehr mit der Zentralperspektive, also einem Fluchtpunkt, arbeiten, sondern brauche mindestens zwei Fluchtpunkte….doch das ist ein anderes Thema.
Wie immer kann ich natürlich meinen Fluchtpunkt in der Zentralperspektive frei wählen, wenn ich meinen Betrachterstandort verändere.
Hier im Beispiel nach rechts und ich erhalte andere und vielleicht auch interessantere perspektivische Bereiche.
Und wozu brauche ich steigende perspektivische Linien ?
Na ganz einfach, um, z.B. Wolken in der richtigen Perspektive abzubilden.
[bearbeiten] In Räumen
Also wenn ich schon über die Raumperspektive nachdenke, dann muss ich sie ja auch mal auf einen Raum mit 4 Wänden, einer Decke und einem Fußboden anwenden.
Ich will ein Zimmer malen. Hierzu fertige ich eine möglichst exakte Vorzeichnung. Ich wähle meinen Standort im Zimmer, d.h. ich muss mich entscheiden links, recht oder mittig, und male erstmal wieder meine Horizontlinie. Die Höhe der Horizontlinien ist natürlich wieder abhängig davon, ob ich stehe, sitze, liege oder auf einer Leiter stehe. Ich stehe halblinks. Mein Blick fällt auf die Horizontlinie und schon habe ich meinen Fluchtpunkt.
Jetzt zeichne ich von den Ecken des Malgrundes meine 4 "Hauptfluchtlinien".
Aber ich habe noch keinen „Raum“ damit.
Ich verbinde jetzt die 4 Hauptfluchtlinien ( wie ich es für mein Motiv brauche) mit senkrechten und waagerechten Linien. Und schon habe ich den Eindruck von Räumlichkeit geschaffen und auch die Tiefe meines Zimmers festgelegt.
Nun kann ich die Hilfslinien ausradieren. Aber nicht meinen Fluchtpunkt, denn den brauche ich noch dringend.
Mit Hilfe meines Fluchtpunktes und den senkrechten und waagerechten Begrenzungen meines Malgrundes, konstruiere ich nun ein Fenster...
... und eine Tür.
Und weiter einen niedrigen Tisch, einen Bilderrahmen und einen Sessel.
So, ich glaube, dass habe ich verstanden, wie ich die Zentralperspektive auf einen Raum mit 4 Wänden, Decke und Fußboden anwende.
[bearbeiten] Perspektive mit zwei Fluchtpunkten
Durch den zweiten Fluchtpunkt verändert sich die Perspektive gegenüber der Zentralperspektive fast völlig. Was senkrecht ist, bleibt zwar auch senkrecht, aber es gibt keine Waagerechte mehr. Alles was in Wirklichkeit waagerecht ist, verläuft jetzt schräg.
Na toll. Und wozu brauche ich das?
Zum Beispiel, um ein Haus zu malen!
Ich möchte gern in mein Motiv ein Haus in den Mittelgrund setzen.
Durch die Horizontlinie, habe ich einen erhöhten Standort ( vielleicht auf einem Hügel) gewählt und schau von dort in den Mittelgrund.
Aber wie male ich jetzt das Haus und zwar perspektivisch richtig?
Zuerst lege ich mal die Größe des Hauses fest.
Hierzu zeichne ich die mir am nächsten liegende, bzw. nach vorne zeigende Hausecke.
Von dieser Hausecke ziehe ich nun in beide Richtungen Fluchtlinien, die sich auf der Horizontlinie treffen.
Damit habe ich meine beiden Fluchtpunkte.
Zu den Fluchtpunkten, deren Abstand und die Beziehung zum Horizont später mehr.
Jetzt kann ich schon die zweite und dritte Hausecke einzeichnen.
Von der ersten Hausecke über die zweite und dritte zeichne ich nun weitere Perspektivlinien, zur Konstruktion des Daches.
Zur Zeichnung des Daches, lege ich die Giebelhöhe fest.
Hat natürlich Einfluss auf die Form des Daches.
Vom Ende der Giebelhöhe zeichne ich wieder ein Perspektivlinie zum ersten Fluchtpunkt und habe somit die Perspektive des Daches und kann es nun einzeichnen.
Wenn ich diese Vorzeichnung nun malerisch ausgestalte, habe ich mein Häuschen im Mittelgrund stehen.
Nach dem gleichen Prinzip kann ich , z.B. auch ein Boot am Meeresstrand malen.
Diese Perspektive mit zwei Fluchtpunkten, ist unverzichtbar, wenn man, z.B. Gebäude, Fenster, Türen und Bögen malen will.
Hier mal ein Beispiel zu Fenstergestaltung.
Noch etwas zur Beziehung Fluchtpunkte und Horizont.
1. Die Höhe der Horizontlinien bestimmt meinen Blickwinkel auf das Objekt
und
2. Der Abstand der Fluchtpunkte zu einander bestimmt die Verkürzung und Verzerrung, also ob ich ein Objekt steiler oder weniger steil sehe.
Beispiel:
...ich glaube, dass mit den zwei Fluchtpunkten habe ich auch verstanden.
[bearbeiten] Weblinks
Perspektive für Einsteiger und Fortgeschrittene (engl.) auf Drawspace
…wird fortgesetzt….
von BigGeorge
Kategorien: Technik | Theorie | Pastell



































