Nass in Nass
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Definition des Begriffes der Nass in Nass Technik
Was ist Nass in Nass Technik und wo findet diese seine Anwendung?
Nun ich habe schon vor einigen Monaten etwas gegooglet und fand sehr viele Antworten, die ich dann auf meiner HP etwas versteckt platzierte.
Zum einen ist es eine Technik in der Ölmalerei. Diese Technik macht sich den Umstand zunutze, dass Ölfarben, in denen die Farbpigmente meist mit Leinöl aber auch anderen Ölen angemischt sind, lange zum Trocknen brauchen, mitunter bis zu einem Jahr. So lange allerdings kann man nicht von "nass-in-nass" sprechen. Neben dem Leinöl werden auch Malmittel (wozu auch Verdünnung zählt) verwendet, mit denen die Farben ganz nach Wunsch dünner oder pastöser gemischt und auf den Malgrund aufgetragen werden können. Das Malmittel hält die Farben etwa 2 Tage bearbeitbar je nach Mischungsverhältnis.
Bei der nass-in-nass-Technik wird die Ölfarbe auf die noch nassen, bereits vorhandenen Farbschichten aufgetragen. Damit diese Farbschichten mit der neuen Farbe nicht vermischen, muss die jeweils nächste Farbschicht mehr Malmittel enthalten. Also dünner bzw. flüssiger sein.
Die Farbe wird - genau wie bei den anderen Techniken - mit Pinsel oder Malmesser aufgetragen. Als Malgrund dienen meist Malkartons, -pappen oder natürlich Leinwände auf Keilrahmen, wobei man letztere vorher auch mit Acryl-Farbe vorbehandeln kann.
Das ist genau das, was man weithin als BR-Technik kennt und nichts anderes. Bob Ross hat lediglich viel zur Verbreitung dieser Technik beigetragen.
Die Nass-in-Nass-Technik in verschiedenen Kunstrichtungen:
Aquarell
Die Technik des Aquarellierens ist eine der ältesten Maltechniken, die ca. aus dem 2. Jahrtausend vor Christus bekannt ist. Aquarelle werden häufig nass-in-nass angelegt, um die für diese Malweise charakteristischen Wirkungen zu erzielen, wie man sie besonders in vielen Bildern Emil Noldes findet. In der Aquarell Malerei wird bei der Nass-in-Nass Technik zuerst das Aquarell Papier gewässert oder zumindest gut angefeuchtet. Danach wird auf dem nassen Papier mit viel Wasser und Farbe weiter gemalt. Man erreicht hierdurch sowohl sehr schöne Farbverläufe als auch gleichmäßige Flächen.
Seidenmalerei
Die Anwendung der Nass-in-Nass Technik in der Seidenmalerei ist vergleichbar mit der Aquarell Technik. Durch die vorher angefeuchtete Seide vermeidet man unschöne Ränder in großen Flächen (hervorgerufen durch zu schnelles trocknen der Farbe). Des weiteren kann man so leicht Farbverläufe einer Farbe, als auch das Verlaufen von mehreren Farben ineinander erreichen.
Ölmalerei
Nass-in-nass wurde schon immer gemalt. Der besondere Vorteil ist zum einen, feinste Farbverläufe zu erreichen, und zum anderen die Gefahr von Rissbildung zu vermeiden, die bei der Lasurtechnik besteht, wenn man sie technisch fehlerhaft anwendet.
Die Schattenseite ist zum einen die Gefahr, die Farbe "tot zu rühren" (gemeint ist damit, dass die Farbe so lange gemischt wird, bis sie optisch grau und unansehnlich ist), und zum anderen eine Bindemittel-Übersättigung oder zu dicke Malschicht zu haben, die zu einem starken Vergilbungseffekt führt. Nass-in-nass-Malerei ist häufig in der Malerei zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu beobachten. Auch ein Herr namens Peter Paul Rubens (1577-1640) benutzte diesen Prozess und malte nass-in-nass ohne Zwischentrocknung. Harze wie 'Venezianisches Harz' verzögerten die Trocknung und beeinflussten die Alterungseigenschaften noch positiv. So wird plausibel, weshalb die Leuchtkraft der Bilder in den Jahren so wenig nachgelassen hat und die Pinselstriche weich verlaufen. Wäre ein Bild in vielen Ölschichten entstanden (wie z.B. bei Tizian), wäre eine stärkere Vergilbung zu beobachten.
Alla Prima Malerei
Soviel ich weiß und heraus fand, kann man auch sie zur Nass-in-Nass-Malerei zählen. Grob interpretiert bedeutet Alla Prima ("erstes Mal") in einem Durchgang gemalt.
Die Alla Prima Malerei ist eine seit dem 16. Jahrhundert bekannte Malweise, bei der die Untermalung und die letztendliche Lasur weggelassen werden. Berühmt wurde sie erst durch die Impressionisten, welche sie verwendeten, um möglichst zügig ein Bild fertigstellen zu können. Also innerhalb einiger Stunden bzw. eines Tages. Oft arbeiten Künstler, die Alla Prima malen, in der freien Natur mit natürlichem Licht. Auch Edouard Manet malte in dieser Technik
Hier ein Link zu Alla Prima Malern:
Kaffeemalerei
Kaffeemalerei ist auch Nass-in-Nass soweit ich Essay heraus gefunden habe. Gemalt wird hier mit Löskaffee in unterschiedlicher Konzentration nass-in-nass ähnlich wie beim Aquarellieren.
Airbrush Malerei
Dies wird zwar einiges an Kopfschütteln verursachen, aber auch diese Technik gehört für mich ebenso zur Nass-in-Nass Malerei. Das kann ich behaupten, denn ich habe schon einige male solchen Künstlern zugesehen. Die warten z.B. nicht bis das Gesicht trocken ist, um die Augen zu malen.
Auch hierbei nutzen sich die Künstler diese Technik mit Hilfe der Lackierpistolen und auch Acrylfarbe um riesige Bilder zu gestalten. PKWs erhalten so eine schöne Malerei auf der Motorhaube; ein Karussell bekommt sein einzigartiges Outfit usw. Nach dem Primer (Grundfarbe) der innerhalb kurzer Zeit trocken ist. Wird mit der Hintergrundfarbe begonnen und direkt darauf werden die Motive gemalt. Oder besser gesagt es wird ja mit der Lackierpistole gearbeitet also lackiert in diesem Fall. Einzig zum Lackieren der anschließenden Schichten an Klarlack lässt man das Bild trocknen. Man könnte sagen der Klarlack hat die Funktion einer Firniß. Sie dient zum Schutz vor Witterungseinflüssen und verleiht dem Bild seinen spiegelnden Glanz.
Ja und auch hierfür habe ich ein paar Links für Interessierte.
- Objektmalerei Elfering: siehe Objektmalerei
Hier unter Fahrzeugdesign und Dekorationsbau
- AFAW: siehe Fahrzeugdesign und Dekorationsbau
- Schaustellermalerei: siehe Fahrzeugdesign und Dekorationsbau
--Gaby 21:45, 4. Aug. 2007 (CEST)