Lucay (KdM Juni 2007)
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Lucay - Künstlerin des Monats Juni 2007
Fragebogen
Wie hast Du unser Malerforum "Malerfreunde.com" gefunden?
Die hier allseits beliebte Userin michste, die ich bereits aus einem unseligen anderen Forum kannte, gab mir den Tipp! wofür ich ihr wohl bis in alle Ewigkeit dankbar sein werde. Ein dickes Bussi für michste, dafür dass du mich in dieses tolle Forum gebracht hast.
Welche Maltechnik bevorzugst du und warum?
Zur Zeit male ich alle Bilder noch ausschließlich in Acryl, Öl ist bei meinen Platz- und Raumverhältnissen keine so gute Wahl, ich denke, das Chaos wäre dann perfekt. Mit Acrylfarben komme ich recht gut zurecht und sie entsprechen auch mehr meinem ungeduldigen Wesen, denn diese Farben haben es bekanntlich eilig, trocken zu werden und ich habe es auch meistens eilig, ein Bild fertig zu haben (einzige Ausnahme bisher: Phantasie der verlorenen Seelen).
Welche Materialien benutzt du?
Ich arbeite derzeit noch mit der Studioqualität von Daler Rowney "System 3". Wenn ich diese Farben aufgebraucht habe, überlege ich allerdings den schrittweisen Nachkauf der Künstlerqualität "Cryla". Mit dem Hersteller Daler Rowney bin ich rundum zufrieden. Pinsel habe ich quer durch alle Qualitäten, vom billigen Schulmalpinsel bis zum hochwertigen Acrylmalpinsel. Leinwände kaufe ich von verschiedenen Herstellern, jedoch niemals vom Diskonter.
Probierst du auch andere Techniken aus?
Durch das Forum hier habe ich auch meine Liebe zu Pastellkreiden entdeckt, die ich sowohl zeichnerisch als auch malerisch einsetzen kann. So nutze ich diese derzeit für gegenständliche Darstellungen. Neben der gegenstandslosen Malerei ist es mir ein großes Anliegen auch im gegenständlichen Bereich, hier insbesondere Menschendarstellungen, dazuzulernen und besser zu zeichnen. Dazu nutze ich sehr gerne Bleistift, Buntstift und Pastellkreide.
Wie findest du deine Malmotive?
Ganz eindeutig finde ich die meisten Malmotive in mir selbst, in meiner Seele, in meinen Erfahrungen mit dem Leben, guten wie schlechten, in meinen Zuständen, die einen Weg nach draußen suchen. Bei meinen Versuchen, Menschen oder sonstiges Gegenständliches zu Papier bzw. Leinwand zu bringen stütze ich mich bisher immer noch auf Fotos, da ich noch in der Anfangsphase meiner Zeichenkunst und auch der Malerei stecke.
Hat sich dein Leben durch die Malerei verändert und wenn ja, wie?
Ein eindeutiges JA, Malen ist meine Therapie, es hilft mir, mich zu befreien, mich besser zu fühlen. Es verstärkt gute Empfindungen und macht mich glücklich - auch wenn es nur für einen kurzen Moment sein mag. Abgesehen davon, habe ich durch die Malerei einen neuen Zugang zu den Menschen in meiner Umgebung gefunden, die beginnen, mich als Person anders wahrzunehmen, sich mit mir auseinanderzusetzen. Und schließlich habe ich auch virtuell viele neue Freunde gewonnen, die ich hoffentlich bald einmal kennenlernen darf.
Wer oder was beschäftigt dich außer der Malerei noch in deinem Leben?
Mein Sohn, meine Familie, meine Freunde... ich glaube, ein Mensch zu sein, der hört und gehört werden möchte. Und so versuche ich mich auch zu verhalten. Vielleicht gelingt das nicht immer, doch ich bemühe mich stets darum. Nun ja, und noch etwas bzw. jemand beschäftigt mich - ich selbst, mein Dasein... warum ich bin, wie ich bin, was hat mich zu der Person gemacht, die ich heute bin... doch das steht alles auch mit der Malerei im Zusammenhang... Ich lese gerne und viel, manchmal schreibe ich auch...
Respektiert deine Familie Deine Malerei und den Zeitaufwand, der damit verbunden ist?
Ja, sicher, meine Familie wird damit ja überhaupt nicht tangiert. Denn ich lebe nur mit meinem Sohn zusammen und male hauptsächlich in der Nacht - statt schlafen eben.
Wer ist dein Lieblingsmaler in der Vergangenheit und der Gegenwart?
Lieblingsmaler habe ich keinen, in höchstem Maße fasziniert bin ich von Klimt, Dali und in der Gegenwart Attersee.
Hattest Du mit Deinen Bildern schon eine Ausstellung / eine Vernissage?
Nein, bisher noch nicht, dazu habe ich einfach zu wenige bisher. Und von diesen wenigen hatte ich das unwahrscheinliche Glück bereits drei Stück verkaufen zu dürfen.
Wo siehst Du Dich und Deine Malerei in einigen Jahren?
Wo sehe ich mich? Eigentlich nicht an anderer Stelle als heute, die Malerei soll Ausgleich bleiben, soll niemals Zwang werden, ich werde keine Aufträge malen, nur dann malen, wenn ich es brauche oder möchte. Ich wünsche mir im Grunde nur, weiterhin für mich malen zu können, durch das Erlernen von Technik, meine Ausdrucksmöglichkeiten steigern zu können. Ich werde weiterhin alles mögliche ausprobieren, wenn es dem einen oder anderen dann auch gefällt, freue ich mich. Ich möchte einfach noch viel mehr dazulernen, denn ich stecke in den Kinderschuhen und möchte mich noch in ganz anderer Form viel stärker malerisch ausdrücken können... das ist wohl mein persönliches Ziel.
Hast Du Vorschläge an die Moderatoren, um unser Forum noch besser zu gestalten?
Leider nein! Denn ihr macht mich mit eurer engagierten Arbeit für dieses Forum zu einer wunschlos glücklichen Userin. Abschließend möchte ich mich noch einmal recht herzlich für diese Nominierung bedanken, obwohl ich nicht ganz nachvollziehen kann, warum es gerade mich "erwischt" hat. Ich danke euch!
Werdegang
Im Februar des Jahres 1975 erblickte ich das Licht der Welt im kleinen Ort Bad Salzungen in Thüringen, also damals noch die „beste“ Zeit der DDR. Die ersten sechs Jahre meiner Kindheit verbrachte ich zwischen Kleinstadt und dem Bauernhof meiner Urgroßmutter, bis meine Mutter mit mir gemeinsam am 15. Oktober 1981, kurz nach meiner Einschulung in der DDR und der zweifelhaften Erfahrung noch Pionier für den ehrenwerten Herrn Honecker sein zu dürfen, auf mühsamen aber doch legalem Wege das Land mit mir verließ um nach Österreich auszuwandern.
Damals noch eine dramatische und sicherlich auch traumatische Erfahrung, denn im Jahre 1981 bedeutete ein Umzug nach Österreich das gleiche für jene, die zurückblieben, wie eine Auswanderung nach Australien.
Ich gewöhnte mich allerdings recht schnell an meine neue Umgebung in Wien, meine Herkunft jedoch vergaß ich nie und so bin ich auch heute noch auf dem Papier deutsche Staatsbürgerin. Österreich aber wurde zu meiner zweiten Heimat und heute verbindet mich eine tiefe Zuneigung zu diesem Land, insbesondere zur Stadt Wien. Es gibt viele schöne Orte auf der Welt zu sehen, doch leben möchte ich nur in Wien.
Nach erfolgreich abgelegter Schullaufbahn und zweifacher Matura (Abitur) stürzte ich bald darauf in eine tiefe Lebenskrise, mit welcher ich euch hier allerdings nicht langweilen möchte, die mich aber ganz sicher, so wie alle meine schlechten wie auch guten Erfahrungen, auch seelisch geprägt haben.
Im Oktober 1997 kam mein Sohn Jannis zur Welt, mit dem ich seither in Zwei-Personen-Familie lebe und der für mich der wichtigste Mensch auf der Welt ist.
Beruflich konnte ich mich seither recht gut im Bereich der Steuerberatung entwickeln. Seit dem Ende der Karenzzeit arbeite ich in einer renommierten Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzlei, in der ich als Sekretärin anfing. Heute bin ich Bilanzbuchhalterin und betreue zahlreiche Klienten selbstständig.
Privat war mir das Leben leider nicht ganz so wohl gesonnen, einige Schwierigkeiten, traumatische Erlebnisse und schwere Verluste prägten mein Ich insbesondere in den vergangenen fünf Jahren sehr massiv. Diese Erfahrungen suchten schließlich ein Ventil um verarbeitet zu werden – und dieses Ventil fand ich schließlich in der Malerei.
Mein erstes Bild auf einer Leinwand malte ich vor etwa 3 Jahren und seither komme ich davon nicht mehr los. Ich verstehe überhaupt nichts von Malerei, trotzdem mache ich es einfach. Es befreit mich, wenn es mir nicht gut geht, es verstärkt ein positives Empfinden um ein Vielfaches. Nicht umsonst heißt es „Malen ist Therapie“. Dies ist mein Antrieb beim Malen. So hat sich im Laufe der Zeit herauskristallisiert, dass ich mich auf der gegenstandslosen, jedoch keineswegs inhaltslosen Ebene in der Acrylmalerei sehr wohl fühle. Zumeist versuche ich einen seelischen Zustand auf Leinwand zu bannen.
Gleichzeitig versuche ich jedoch laufend auch meine Fähigkeiten in der Darstellung von Gegenständlichem zu erweitern um so meine Ausdrucksmöglichkeiten zu steigern.
Die Malerei ist ein wichtiger und nicht mehr wegzudenkender Bestandteil meines Lebens geworden und wird mich nie wieder loslassen.
