Licht und Schatten
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[bearbeiten] Gedanken über Licht und Schatten
Einige Gedanken zu Licht und Schatten. Nichts wissenschaftliches, sondern wieder für die Praxis. Und auch hier bitte ich, sollte ich falsch liegen, bitte korrigieren.
Wie jeder weiß, Licht und Schatten geben einem Objekt Volumen oder anders ausgedrückt: Körperhaftigkeit und binden dieses Objekt in das Motiv ein.
Wo Licht ist, ist auch Schatten
… und zwar immer! Wie stark = dunkel der Schatten ist, hängt natürlich von der Stärke = Helligkeit der Lichtquelle ab. Zwei Begriffe, über die ich nachdenken will: Eigenschatten und Schlagschatten.
[bearbeiten] Zunächst der Eigenschatten
Der Eigenschatten ist der Schatten, der einem Objekt Volumen/Körperhaftigkeit verleiht. Er hat grundsätzlich mit dem Motiv nichts zu tun.
Ich nehme als Beispiel einen Holzklotz oder auch Dose, jedenfalls was rundes.
Die Umrisse, perspektivisch gezeichnet, wirken flach.
Um diese Flachheit aufzuheben und dem Klotz Körperhaftigkeit zu geben, beleuchten ich ihn von rechts.
Die Seite, die der Lichtquelle zugewandt ist, ist heller, als die Seite die abgewandt ist.
Der Übergang von hell nach dunkel ist bei einem Klotz, also rundem Objekt, fließend.
Und schon habe ich den Eindruck der Körperhaftigkeit geschaffen.
Will ich es ganz gut machen, berücksichtige ich auch noch das Streulicht, das von der Umgebung auf den Klotz fällt und den Schattenbereich etwas aufhellt.
Lasse ich das Licht von vorne einfallen oder von hinten, so ändert sich der Schatten entsprechend.
Damit ist praktisch alles über die Eigenschaft des Eigenschattens gesagt.
Natürlich hat jedes Objekt, z.B. Würfel, Busch, Haus,Steinbrocken, menschlicher Körper seinen ganz besonderen Eigenschatten. Hier hilft nur genaue Beobachtung des Objektes oder wenn etwas aus dem Gedächtnis gemalt wird, die konsequente Einhaltung des Lichteinfalls.
[bearbeiten] Der Schlagschatten
Der Schlagschatten, ist der Schatten, den ein Objekt auf ein anderes Objekt wirft. Er ist der Schatten, der das Objekt in das Motiv einbindet und ihm seinen Platz im Motiv gibt.
Malen ich in der Natur, so brauchen ich nur zu beobachten, um den Schlagschatten korrekt wiederzugeben.
Malen ich ein Motiv ohne Vorlage aus dem Kopf, muss ich einiges Berücksichtigen.
Um den Schlagschatten einigermaßen richtig zu malen, muss ich festlegen:
- Lichtquelle (Sonne, Tageslicht ohne Sonne, Mond oder künstliche Lichtquelle)
- Wo befindet sich die Lichtquelle ( Höhe und Ort der Lichtquelle )
Als Lichtquelle haben ich natürliche Quellen ( Sonne und Mond) und künstliche ( Lampen, Kerzen ).
Das ist schon mal wichtig, da die Lichtstrahlen von der Sonne und Mond immer als parallel angenommen werden, dagegen die Lichtstrahlen von künstlichen Lichtquellen, sich immer strahlenförmig in alle Richtungen ausbreiten.
Nehmen ich erstmal die Sonne.
Wie ermittle ich jetzt den Schlagschatten und seine richtige Länge ?
Hierzu muss ich natürlich wissen, wo steht die Sonne und wie hoch am Himmel.
Habe ich das festgelegt, so kann ich den Einfall der Lichtstrahlen ggf. gedanklich oder auch in der Motivskizze festlegen.
In meinem Beispiel steht die Sonne links. Wenn ich jetzt am beleuchteten Objekt, auf dem Boden und dort wo der Lichtstrahl der Sonne den Boden trifft Linien ziehe, so erhalte ich mein „Schattendreieck“, das die Richtung und die Länge des Schlagschattens bezeichnet.
Mit Hilfe dieses Schattendreiecks kann ich jetzt meinen Schlagschatten malerisch einsetzen.
Auch wenn ich zwei Objekte in die Sonne stelle funktioniert das, da die Strahlen ja parallel einfallen, ist der Schatten auch parallel.
Anders ist bei einer künstlichen Beleuchtung. Natürlich muss ich auch hier Ort und Höhe der Lichtquelle festlegen. Doch die Lichtstrahlen laufen Strahlenförmig von der Lichtquelle in alle Richtungen. Um auch hier mein „Schattendreieck“ anzuwenden, muss ich meine erste Dreiecklinie bei der Lichtquelle ziehen bis auf den Boden. Danach kann ich weitere Linien zu den beleuchteten Objekten ziehen und erhalte wieder meine Schattendreiecke.
Wobei der linke Schatten nicht parallel verläuft, da die Lichtstrahlen auch nicht parallel verlaufen. Er folgt aber der Perspektive!
Schwierig wird die Motivgestaltung mit künstlicher Lichtquelle, wenn die Lichtquelle sich „außerhalb“ des Bildes befindet, z.B. bei vielen Stillleben ist das so. Hier hilft nur eine gedanklich, konsequente Anwendung des oben geschriebenen und eine durchdachte Vorzeichnung.
Auch beim malen von Schlagschatten, ist auf die Perspektive zu achten.
Als Beispiel: Sonne scheint von halblinks, oben. Schatten hat also seinen Fluchtpunkt halbrecht am Horizont. Das heißt auch, dass er mit der Entfernung schmäler wird. Oder wenn er auf uns zuläuft natürlich breiter.
Und noch etwas worauf zu achten ist. Schlagschatten schmiegen sich in das Gelände und folgen der Oberfläche. Einen ebenen Schatten auf einer unebenen Fläche zu malen, ist ein Fehler.
Zum Schluss noch eine Bemerkung.
Schatten sind (fast) nie schwarz, sie sind dunkel, das heißt: Die Untergrundfarbe und –struktur ist noch zu erkennen, aber eben im Schatten liegend :-).
von BigGeorge
Kategorien: Technik | Theorie | Pastell








