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Das ABC für Malerei und Farben (kleines Lexikon)

Lexikon der Malerei


Inhaltsverzeichnis A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z




A

abstrahieren

(lat.) "abziehen", auf Detailgenauigkeit verzichten

abstrakt

(lat. abstractus „abgezogen") unglücklicher, weil unklarer Kunstbegriff; vom Gegenstand wird seine äußere Erscheinung abgezogen und seine Struktur dargestellt; abstrakt bedeutet im üblich Sprachgebrauch „unanschaulich", trifft aber in der bildenden Kunst nicht zu, weil diese immer anschaulich ist

abstrakte Kunst

Kunstwerke ohne Bezug zur optisch erfahrbaren Wirklichkeit, oft synonym mit "ungegenständlicher" oder "gegenstandsloser Kunst", die genau genommen aber doch einen Gegenstand (z. B. Farbklänge, Gefühle etc.) hat

Abstrakter Expressionismus

Bezeichnung für die spontane abstrakte Malerei der 1940er, 50er und 60er Jahre; begrifflich oft nicht scharf unterschieden von Tachismus, Actionpainting und Informel

Abstraktion

(lat.) auf Detailgenauigkeit verzichtende Darstellung, oft mit entfernter Anlehnung an die Naturerscheinung, aber auch bis zum völlig abstrakten Eindruck gehend, vgl. Konkrete Kunst

Abstraktum

(lat.) Nichtdingliches, z. B. Liebe oder Tod, oft durch Allegorien verbildlicht

Acrylmalerei

Pigmente können auch mit synthetischen Bindemitteln (Kunstharzen) zu einer Malfarbe gebunden werden; man nennt diese Maltechnik "Acrylmalerei"; im feuchten Zustand sind diese Kunstharzfarben, die aufgrund der häufigen Verwendung einer Acrylharzdispersion Acrylfarben genannt werden, wasserlöslich, im getrockneten Zustand wasserfest; sie lassen sich sowohl lasierend als auch deckend (pastos) vermalen und spachteln und haften auf fast allen Untergründen

Actionpainting

(engl.) "Aktionsmalerei", Richtung der abstrakten Malerei der 1940er, 50er und 60er Jahre, bei welcher die spontane Geste der Herstellung im Bild ablesbar ist; vor allem für die dem abstrakten Expressionismus zugehörige Kunst; verwandt mit Tachismus und Informel

Additive Farbmischung

unser heutiges Verständnis von Farben beruht auf den Forschungen des Naturwissenschaftlers Isaac Newton, der 1666 entdeckte, dass Sonnenstrahlen (weißes Licht), die durch ein dreieckiges Glasprisma geleitet werden, in die Farben des Regenbogens zerlegt werden können; in seiner Schrift "Opticks" aus dem Jahr 1704 identifizierte Newton diese Farben des Spektrums als Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett; als Newton diese Farben durch ein Glasprisma leitete, stellte er fest, dass sie sich wieder zu weißem Licht vereinigen; man nennt dies "additive Farbmischung"; er übertrug das so entstandene Spektralband auf ein Kreismodell und schuf ein folgenreiches Modell einer "Farbenlehre"; vgl. subtraktive Farbmischung

al fresco

mit "Fresko" (ital. fresco, "frisch") bezeichnet Custom Business Essay man eine Wandmalerei auf frischem, noch feuchtem Kalkputz; jeder Malvorgang ist dabei unabänderlich, Korrekturen und Übermalungen können nicht vorgenommen werden; als Bindemittel dient der feuchte Kalkputz; die Pigmente werden zur Verarbeitung nur mit Wasser oder Kalkwasser angerührt; die Malerei auf trockenem Kalkgrund heißt "Seccomalerei" (ital. secco, "trocken"); die Pigmente werden dabei unter anderem mit Kasein, Leim, Gummi arabicum versetzt

Airbrush

Mit einer Spritzpistole, gängig ist auch im Deutschen der englische Begriff Airbrush kann man mittels Druckluft fein dosierten Farbnebel erzeugen, und so Kunstwerke mit makellosen Oberflächen und harmonischen Farbverläufen herstellen. Der Ursprung der Airbrush-Technik ist unumstritten. Die erste Airbrush-Pistole wurde 1878 von Abner Peeler, einem amerikanischen Juwelier konstruiert und im April 1882 patentiert. Seinem Patentantrag legte er ein Selbstportät bei, welches er mit seiner Erfindung retuschiert hatte.

Die ersten Bilder, die mit der Airbrush gemalt waren, wurden von Kunstliebhabern und Museen mit dem Argument abgewiesen, sie seien mit „nicht künstlerischen Mitteln“ gemalt worden. Um 1960 entwickelten sich eigene Kunstformen wie Fotorealismus oder Hyperrealismus. Erst um 1970 wurde Airbrush als Kunstrichtung anerkannt. Einer der bekanntesten Airbrush-Künstler ist H. R. Giger. Heute wird die Airbrushtechnik in den unterschiedlichsten Bereichen angewandt, wie z. B. Werbeillustration, Custompainting, Bodypainting, Modellbau, Nail Design, Mural Painting, Make Up, usw. Es ist ein geeignetes Malmittel, um Strukturen und kleinste bis sehr große Farbverläufe herzustellen.

Technisch unterscheidet man Single-Action- und Double-Action-Geräte. Beim Double-Action-Airbrush kann die Farbmenge mit dem Bedienhebel separat geregelt werden: die Luft wird durch Druck auf den Hebel eingeschaltet, und die Farbmenge durch Zurückziehen des Hebels justiert. Bei einem klassischen Single-Action-Gerät wird die Farbmenge mit einem voreingestellten Farbstrahl versprüht. Durch Druck auf den Hebel kommt somit immer die gleiche Farbmenge heraus.

Mit der Airbrushpistole kann jede flüssige Farbe auf alle Untergründe aufgetragen werden. Acrylfarben, Aquarellfarben, Textilfarben und sogar verdünnte Ölfarben sind damit leicht aufzutragen. Grundsätzlich wird ein Druck von 2 Bar verwendet, aber es gilt der Grundsatz: "Je dünner die Farbe, desto weniger Druck ist nötig." Wenn die Farbe nach dem ersten Auftrag nicht ausreichend deckt, ist ein zweiter Auftrag nach der Trocknung der Farbe möglich. Ein zu starker Erstauftrag resultiert meist in verlaufenden, tropfenden Farben.


alla prima (1)

(ital.) "aufs Erste", Malweise nass in nass in einem Zug im Gegensatz zum lasierenden Farbauftrag

alla prima (2)

"alla prima", italienisch, übersetzt "aufs erste". die Alla-Prima-Technik ist jene Arbeitstechnik, in welcher ein Gemälde in einem einzigen ununterbrochenen Arbeitsgang fertig gestellt wird. oft gibt es keine Vorzeichnung oder Untermalung. es geht darum, das wesentliche des Motivs unvermittelt und intuitiv zu erfassen, mit energischen, expressiven Pinselstrichen und minimaler Farbmischung auf paletti oder Malgrund.

Allegorie

(griech.) "das Anderssagen", Verbildlichung eines Abstraktums durch eine Person, z. B. Darstellung des Todes durch einen Knochenmann

allegorisch

sinnbildlich

Aquarellmalerei

als Bindemittel bei der "Aquarellmalerei" (ital. acquarello, "Wasserfarbe") werden Leim, Kleister, Gummi arabicum und Stärke verwendet; Helligkeit und Dunkelheit der Farbe ergeben sich durch die Dichte des Farbauftrags und die Farbtöne; die Farben können so aufgetragen werden, dass die Konturen verschwimmen; man spricht dann von "lavierender Malweise" (franz. laver, "waschen"); oft zeichnet der Künstler das Motiv vor und lässt seine Vorzeichnung durch einen lasierenden Farbauftrag durchscheinen

Aquarellstifte

Aquarellfarben in Bleistiftform

Assoziation

(lat.) Verknüpfung von Vorstellungen

Automatismus

(griech.) "von selbst bewegt", spontan ablaufender Vorgang, der nicht vom Bewusstsein oder dem Willen gesteuert wird; zuerst von den Surrealisten als Methode zur Bilderzeugung gefordert, später auch vom abstrakten Expressionismus übernommen

automaoistisch

ohne willentliche Steuerung, vgl. Automatismus

autonom

(griech.) "sich selbst die Gesetze gebend", d. h. selbstbestimmt

Autonomie

(griech.) die selbstständige Regelung und Gesetzgebung; in der Kunst die Freiheit vom jahrhundertelangen Zwang des Abbildens

Avantgarde

(franz.) "Vorhut", aus dem Militärwesen auf die Kunst übertragener Begriff für Wegbereiter neuer Entwicklungen

B

Barock

(portug. barroco, "unregelmäßige Perle"), auf die Renaissance im frühen 17. Jh. folgende, ab 1730 in das Rokoko übergehende, europaweite Stilrichtung, nach Abschluss des Dreißigjährigen Krieges (1648) hauptsächlich Ausdrucksmittel des autoritären Anspruchs des geistigen und weltlichen Absolutismus durch Anwendung von großem Pathos, Darstellung bewegter Menschenleiber, illusionistisch angewandter Perspektive und starkem Chiaroscuro, dabei mit einem Hang zum Gesamtkunstwerk; stiller die Ausprägung in den bürgerlich-republikanischen Niederlanden

Bildnis

Darstellung eines Menschen in Malerei oder Plastik, typisierend oder Ähnlichkeit aufweisend (Porträt); je nach Ausschnitt wird zwischen Bildnisfigur, Bildniskopf und Büste unterschieden

C

Camera obscura

(lat.) "dunkle Kammer", geschlossener Kasten mit transparenter Rückseite, auf die durch ein Loch oder eine Sammellinse auf der Vorderseite ein seitenverkehrtes, kopfstehendes Bild projiziert wird; Urform des Fotoapparates

D

Dada, auch Dadaismus

(franz. kindersprachlich "Pferdchen", rumän. "jaja"), hauptsächlich von Emigranten in Zürich während des 1. Weltkrieges gegründete, gegen die versagenden Traditionen gerichtete Bewegung, die nach Kriegsende auf viele westliche Metropolen übergriff; sinnlose Lautgedichte, typografische Experimente, zufallsbestimmte Collagen und politisch engagierte Fotomontagen sind die einflussreichen Neuerungen (vgl. Surrealismus)

Deckfarben

Farben, die einen hohen Anteil an Füllstoffen enthalten, den Grund nicht durchscheinen lassen und ein wasserlösliches Bindemittel besitzen sowie nach dem Trocknen wasserlöslich bleiben.

De Stijl

(niederl.) "Der Stil", 1917 gegründete holl. Künstlergruppe mit strengen, geometrisch abstrakten Formvorstellungen, die auf Malerei, Architektur und Möbeldesign im Sinne eines Gesamtkunstwerks angewendet wurden

Disegno

(ital.) "Zeichnung", im übertragenen Sinne die einem Werk zugrunde liegende Idee, zeitweise höher als die handwerkliche Ausführung gewertet

Divino artista

(lat.-ital.) "göttlicher Künstler", erstmals für einige Künstler der Renaissance gebrauchte Bezeichnung, die deren Genialität beschrieb

Dripping

Tröpfelmalerei, Technik des Action painting; aus tröpfelnden Farben bilden sich Linien, die den Rhythmus des Malens sichtbar machen; die Farben werden aus einem pendelnden Behälter oder unmittelbar von Hand auf die flachliegende Leinwand gespritzt

Duktus

(lat.) charakteristische Art der künstlerischen Formgebung (Pinselstrich, Farbauftrag, Linie)

E

Emblematik

(griech.) Wissenschaft von den Sinnbildern (Emblemen)

Empirie

(griech.) Erfahrung, im Gegensatz zur Theorie

empirisch

(griech.-lat.) erfahrungsgemäß

en face

(franz.) "von vorn", besonders bei Porträtdarstellungen, Gegensatz zu Profil

Enkaustik

Bei der "Enkaustik" (lat. encausis, Wachsmalerei) werden die Pigmente durch reines Wachs gebunden und hart oder flüssig, kalt oder heiß mit einem Spachtel aufgetragen; diese in der Antike entwickelte Maltechnik wird auch heute noch von Künstlern angewandt

Erscheinungsfarbe

auch "Reflexfarbe", die sich aufgrund veränderter Lichtverhältnisse ebenfalls wandelnde Farbe eines Gegenstands; Gegensatz zu Lokalfarbe

Expressionismus

(lat. expressio, "Ausdruck"), parallel zu den Fauves entstehende Richtung im deutschsprachigen Raum, die beeindruckt von van Gogh, afrikanischer Plastik und spätmittelalterlichen Holzschnitten Ursprüngliches zum Ausdruck bringen will und mit innerer Beteiligung arbeitet, deshalb auf sachlich genaue Wiedergabe und konstruierte Perspektive verzichtet

expressiv

(lat.) ausdrucksstark

F

Farb- und Luftperspektive

in der Renaissance entdeckte Mittel zur Illusion der Tiefenräumlichkeit; durch Verschiebung von warmen Farbtönen im Bildvordergrund zu kalten im Hintergrund (sog. Verblauen) und durch Abnahme der Genauigkeit nach hinten als Andeutung einer atmosphärischen Trübung

Farbenlehre

Farbkreis: Vereinfachte Version des Spektrums, das als kreis dargestellt wird. darauf sind die primärfarben und die sekundärfarben angeordnet, aus welchen alle anderen falben gemischt werden. Primärfarbe: Kann nicht aus anderen Farbtönen gemischt werden. rot, gelb, blau sind die Primärfarben. Sekundärfarbe: Entsteht, wenn zwei Primärfarben zu gleichen Teilen gemischt werden. Orange, grün, violett sind die Sekundärfarben. Tertiärfarbe: Entsteht, wenn eine Primärfarbe mit der im Farbkreis benachbarten Sekundärfarbe zu gleichen Teilen gemischt wird. Farbton: Bezieht sich auf die Buntheit. der Begriff wird verwendet um ähnliche Farben zu beschreiben, z.b. kadmiumrot und zinnoberrot. Farbintensität: Auch Sättigung genannt, bezeichnet wie leuchtend stark ein Farbton ist. Tonwert: Bezieht sich auf die relative Helligkeit oder Dunkelheit eines Farbtons. Komplementärfarben: Die Farbtöne, die sich auf dem Farbkreis gegenüberliegen stehen in einer kontrastierenden Beziehung zueinander und heißen Komplementärfarben. die drei grundlegenden komplementären Farbenpaare sind: rot ist die Komplementärfarbe zu grün, blau die zu orange und gelb jene zu violett. Die komplementären Farbbeziehungen sind auch auf die Sekundärfarben anwendbar. Rotorange zu blaugrün, blauviolett zu gelborange usw. werden zwei Komplementärfarben mit gleichem Tonwert nebeneinander gesetzt, verstärken sie sich gegenseitig. Das Auge springt schnell von einem Farbton zum anderen, wodurch ein optisches vibrieren entsteht, das die Farbtöne schimmernd erscheinen lässt.


Farbkontraste

"Farbkontraste" (lat. contrarium, "Gegenteil"), bilden die Grundlage der Farbwahrnehmung; sie können von unterschiedlichen Farbmengen, den Farbtönen an sich, der Intensität der Farbe, dem Farbauftrag und den Farbbeziehungen untereinander ausgehen; Johannes Itten unterschied sieben Farbkontraste. Der "Farbe-an-sich-Kontrast" entsteht durch die Zusammenstellung ungebrochener, bunter Farben; Der "Hell-Dunkel-Kontrast" wird durch unterschiedliche Eigenhelligkeiten von Farben hervorgerufen; Der "Kalt-Warm-Kontrast" entsteht dadurch, dass Farben Temperaturen zu haben scheinen; kalte Farben sind z. B. Grünblau, Blau, Türkis, warme Farben sind Rot, Orange, Gelb; Der "Qualitätskontrast" (ein Intensitätskontrast) besteht aus dem Gegensatz von gesättigten, reinbunten zu ungesättigten, stumpfen oder getrübten Farben; Ein "Quantitätskontrast" (ein Mengenkontrast) entsteht durch ungleich große Farbflächen; als ausgeglichen gilt: Gelb:Orange:Rot:Violett:Blau:Grün = 3:4:6:9:8:6; Einen "Komplementärkontrast", der gleichzeitig Spannung und Harmonie ausdrückt, bilden die sich auf dem Farbkreis gegenüber liegenden Farbpaare (z. B. Gelb - Violett); Der "Simultankontrast" entsteht, wenn das Auge zu einer gegebenen Farbe physiologisch die Komplementärfarbe erzeugt (eine graue Fläche neben einer gelben erscheint violett); darauf beruht der "Sukzessivkontrast", bei dem die Kornplementärfarbe nachträglich entsteht (eine weiße Fläche erscheint grün, nachdem man lange auf eine rote geblickt hat)

Farbkreis

Farbkreis: vereinfachte Version des Spektrums, das als Kreis dargestellt wird. Darauf sind die Primärfarben und die Sekundärfarben angeordnet, aus welchen alle anderen Farben gemischt werden.

Fauvismus

Stilrichtung der französischen Malerei im frühen zwanzigsten Jahrhundert. Es handelt sich um einen lockeren Zusammenschluss von Künstlern, die die Überwindung des Impressionismus unter Betonung individuellen Ausdrucks verfolgten. Sie lehnen die Farbzerlegung der Impressionisten ab, malen mit reinen Farben und verzichten auf Licht- und Schattenmodellierung. Bei der ersten öffentlichen Ausstellung der Gruppe werden ihre reinen Farben als grell empfunden, die Presse bezeichnet sie als Fauves ("wilde Tiere").

Figurativ

(lat.) figürlich, abbildhaft, darstellend im Gegensatz zu abstrakt

Firnis (1)

(franz. vernis) "Lack", Bindemittel für Farben und Schutzanstrich für Gemälde; da Künstler diesen früher kurz vor Eröffnung einer Ausstellung auftrugen, kam es zum Wort "Vernissage" für die Ausstellungseröffnung

Firnis (2)

In der Malerei und Gemälderestaurierung ist Firnis ein transparenter Überzug zum Schutz von Gemälden - vor allem von Ölbildern. Im 19. Jahrhundert verwendeten Künstler auch gerne leicht getönte Firnisse, um neue Gemälde vergilbt und somit älter aussehen zu lassen.

Man unterscheidet Firnisse auf Öl-, Harz-, Terpentinöl- und Alkoholbasis. Im 18. Jahrhundert verstand man unter Firnis alle klaren Überzüge, also sowohl Leinölfirnis, als auch Harzlösungen (z.B. Schellack in Alkohol) und Wasserfirnisse (z.B. Gummi arabicum in Wasser oder einfach Hautleim in Wasser). Unter dem Begriff Firnis verstand man um 1800 das, was heute mit dem Begriff Lack bezeichnet wird. Das Wort Lack kam erst mit der verstärkten Nutzung von Schellack nach 1800 auf und verdrängte das Wort Firnis in die Randbereiche Gemäldefirnis, Leinölfirnis bzw. als Synonym für Patina.

Formalismus

Position abstrakter Kunst, bei der nur Farben und Formen, nicht aber Inhalte und Funktionen von Bedeutung sind

Fotocollagen

steht eine Dunkelkammer zur Verfügung, so lassen sich mit verschiedenen Vergrößerungstechniken die unterschiedlichsten Collageeffekte herstellen, z. B. Panoramabild, Lichtmontage, Fotogramm, ...

Fotorealismus

in den 1970er Jahren in den USA aufgekommene Malerei nach Fotos, die zu kritischen Reflexionen über das Medium Fotografie und seine manipulativen Abbildungsmechanismen anregt bzw. zur Diskussion der malerischen Realität einlädt

Fresko

mit "Fresko" (ital. fresco, "frisch") bezeichnet man eine Wandmalerei auf frischem, noch feuchtem Kalkputz; jeder Malvorgang ist dabei unabänderlich, Korrekturen und Übermalungen können nicht vorgenommen werden; als Bindemittel dient der feuchte Kalkputz; die Pigmente werden zur Verarbeitung nur mit Wasser oder Kalkwasser angerührt; die Malerei auf trockenem Kalkgrund heißt "Seccomalerei" (ital. secco, "trocken"); die Pigmente werden dabei unter anderem mit Kasein, Leim, Gummi arabicum versetzt

Futurismus

(lat. futurum, "Zukunft"), ab 1909 vor allem in Italien, z.T. auch in Russland betriebene, in der Formensprache dem Kubismus ähnliche Kunstrichtung, die sich der Darstellung von Bewegung und Geschwindigkeit in einem von der Technik geprägten Zeitalter verschrieb und dabei auch vor der Verherrlichung von Kriegsmaschinerie nicht Halt machte

G

Galerie

langgestreckter Verbindungsbau für Feste und Empfänge mit einer langen Fensterreihe an einer Seite (ursprünglich in Renaissance- und Barockschlössern)

Genre

(lat.-franz.) Art, Gattung; nicht zu verwechseln mit Genremalerei

Genremalerei

(lat.-franz.) "Sittenmalerei", Darstellungen von Szenen des alltäglichen Lebens im Gegensatz. zur bedeutungsvollen Thematik z. B. der Historienmalerei

Gesamtkunstwerk

ein Werk, das mehrere Kunstgattungen (Malerei, Plastik, Architektur, oft in Verbindung mit Musik, Theater und Dichtkunst) zu einem Ganzen verbindet - vor allem im Barock, aber auch in der Kunst des 20. Jhs´.

Goethe

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), dt. Dichter, Rechtsgelehrter und Naturwissenschaftler, Verfasser kunsttheoretischer Schriften (Farbenlehre)

Gotik

hoch- und spätmittelalterliche europäische Stilepoche ab der Mitte des 12. bis Ende des 15. Jhs., von den Vertretern der darauf folgenden Renaissance als "gotisch", d. h. "barbarisch" abgetan

Gouache

Bei der "Gouache" (franz. gouache, "Deckfarbe") handelt es sich um eine weniger gebräuchliche Maltechnik; als Bindemittel werden Gummi arabicum oder Dextrin verwendet; die Farbe wird mit weißen Pigmenten und Füllstoffen angereichert, sodass sie kreidig wirkt und beim Trocknen aufhellt; diese Maltechnik wurde vor allem in der mittelalterlichen Miniaturmalerei eingesetzt

Gummi arabicum

(lat.) aus Akazien gewonnener wasserlöslicher Milchsaft; dient als Bindemittel


H

Halbfigur

(engl.) "Geschehen", in den 1960er Jahren entwickelte Form der Aktionskunst, die das Publikum am Gestaltungsprozess teilhaben ließ, aber nicht unbedingt auf bildmäßige Ergebnisse zielte, sondern am Ablauf selbst interessiert war und wie die daraus entstandene Performance häufig nur durch Foto oder Film dokumentierbar ist

Halbprofil

Profil: (ital.-franz.) Seitenansicht des menschlichen Kopfes, je nach Winkel zum Betrachter spricht man von reinem Profil; Dreiviertel- und Halbprofil; Längs- oder Querschnitt durch Körper, besonders bei vorspringenden Architektur- oder Möbelelementen

Happening

(engl.) "Geschehen", in den 1960er Jahren entwickelte Form der Aktionskunst, die das Publikum am Gestaltungsprozess teilhaben ließ, aber nicht unbedingt auf bildmäßige Ergebnisse zielte, sondern am Ablauf selbst interessiert war und wie die daraus entstandene Performance häufig nur durch Foto oder Film dokumentierbar ist haitisch

(griech.) "fühlbar"

Hierarchie der Gattungen

Rangfolge der Bildthemen nach ihrer Wertschätzung; als höchste Gattung galt bis in das 19. Jh. die Historienmalerei, auch das Porträt war anerkannt, Landschaft und Genre hielten im 18. Jh. einen mittleren Rang, während das Stillleben den untersten Platz einnahm

Historienmalerei

Darstellung vor allem geschichtlicher, mythologischer, biblischer oder auch literarischer Inhalte, denen man einen hohen Bildungswert zusprach, vgl. Hierarchie der Gattungen

I

Idealismus

(griech.) an Wunschvorstellungen orientierte Darstellungsweise im Gegensatz zum Naturalismus und Realismus; durch Ideale bestimmte Weltanschauung

ideell

(griech.) gedanklich, auf einer Idee beruhend

Ikone

(griech. ikono „Bild") spezielle Art des Heiligenbildes, kleinformatiges geweihtes Tafelbild der griechisch-orthodoxen Kirche

Ikonenmalerei

vgl. Ikone (griech.), als Kultbild verwendete Bildtafel in der Ostkirche, meistens auf Holz mit Goldhintergrund

Ikonographie

(griech.) "Bildbeschreibung", Kunde von der Bedeutung der Bildgegenstände der Kunstgeschichte; Methode der Kunstwissenschaft; Ikonologie: (griech.) "Bilderklärung", die Wissenschaft von der Funktion und den Zusammenhängen der Kunst

Illusionismus

(lat.-franz.) täuschende Nachahmung der Natur durch Perspektive, Licht, Schatten, Oberflächengestaltung, Farbe etc.

imaginär

(lat.) eingebildet, nur in der Vorstellung vorhanden

Impassto

Impasto beschreibt Farbe, die so dick aufgetragen ist, das sie Spuren des Malgeräts festhält.

Impression

(lat.-franz.) Sinneseindruck, Empfindung, Wahrnehmung

Impressionismus

(lat. franz.) Stil der Malerei, der um 1860 in Paris entsteht und sich in ganz Europa durchsetzt. Der Name wurde von Claude Monets Landschaftsbild "Impression" abgeleitet. Er möchte in Überwindung der festen Körperlichkeit, der bestimmten Umrisse und der eindeutigen Lokalfarben die Erscheinung der Dinge im Licht, den flüchtigen Reiz des Augenblicks festhalten. Auch die Schatten werden in ihrer farbigen Tönung entdeckt. Nun weicht die Ateliermalerei der Freilichtmalerei; beliebte Motive sind: das Spiel des Sonnenlichtes, Nebel, Wasser, Wasserdunst, Dampf, das künstliche Licht im Theater und in Ballsälen, der Schimmer von Glas oder Spiegeln usw. Hauptvertreter: Claude Monet, Auguste Renoir, Camille Pissarro, Alfred Sisley.

Imprimitur Als Imprimitur bezeichnet man einen mehr oder weniger gleichmäßigen Farbauftrag auf einem weißen Malgrund. Sie wird bei lasierenden Maltechniken verwendet. Die späteren Lasuren, lassen die Imprimitur leicht durchscheinen und ergeben somit einen harmonischen farblichen Zusammenhalt des gesamten Bildes.

Informel

(franz.) "formlos", abstrakte Werke besonders der 1950er und 60er Jahre, bei denen haptische Qualitäten eine Rolle spielen, die durch Auftragen von Erde, Sand, Gips, Sackleinen oder Einkratzen von Lineaturen erzeugt werden; vgl. abstrakter Expressionismus, Actionpainting, Tachismus

J

Jugendstil

Ende 19. Jh. entstanden. Der Name leitet wich von dem Ornamentstil der seit1895 in München erschienen Zeitschrift "Die Jugend" her. Der Jugendstil richtet sich gegen die Nachahmung historischer Stile und bes. historischer Zierformen. Er erfand eine eigene unplastische und unräumliche Ornamentik von stark bewegtem, linearem Schwung. In der Baukunst und im Möbelstil bildete sich ein neuer Sinn für das Flächige aus , der der Erneuerung der Architektur und des Möbels in der Gegenwart den Weg bereitete.

K

Karikatur

(ital. caricatura „überladen, übertreiben, komisch darstellen") meist lustige Darstellung, die die charakteristischen Wesensmerkmale einer Person, Gruppe oder Sache übertreibt, entlarvt, lächerlich macht und auch anprangert, meist als gesellschaftliche oder politische Kritik

Kaleidoskop

(griech.) "Schönbildbetrachter", fernrohrähnliches Spielzeug, das bunte Glassteinchen enthält, die sich bei Bewegung durch mehrfache Spiegelung zu bizarren Mustern anordnen

Kalligrafie

(griech.) "Schönschreibkunst", vor allem in China und Japan als selbstständige Kunst gepflegte, nach individuellem Ausdruck suchende Richtung, die der abstrakten Malerei Anregungen gab

Kinetik

Sammelbezeichnung für künstlerische Produkte, die entweder als Apparate mechanisch in Bewegung gesetzt oder bei denen Bewegungserlebnisse durch störende Bildmuster ausgelöst werden (vgl. Mobiles)

Klassizismus

(lat.) allgemein jede Stilphase, die die klassische griech. Kunst wiederzubeleben versucht; als engerer Stilbegriff die Richtung zw. 1770 und 1830, die sich im Zuge der Aufklärung mit der Rückbesinnung auf die politischen Qualitäten des Altertums auch auf dessen künstlerische Leistungen beruft, mit einer posenhaften Darstellung der Figuren und umrissbetonter, "zeichnerisch-linearer" Wiedergabe

Kolorit

(lat.-ital.) Zusammenklang der Farbgebung eines Kunstwerks

Komposition

(lat. compositio „Zusammenstellung") der formale Aufbau von Werken der bildenden Kunst; Kompositionsprinzipien (z. B. Reihung, Stufung, Rhythmus, Symmetrie, Spannung, Ausschnitt, vgl. Bildformat)

Konkrete Kunst

(lat.) eine die konkreten Bildmittel wie Linien, Farben, Flächen betonende Malerei; als Begriff 1930 von De Stijl in bewusster Abgrenzung zur abstrakten Kunst gewählt, die vom Gegenstand ausgehe und von diesem abstrahiere, während die Konkrete Kunst kein Naturvorbild habe

Konstruktivismus

(lat. construere, "zusammenhäufen, erbauen") aus dem russ. Suprematismus hervorgegangene, dem De Stijl verwandte Kunstrichtung, die europaweit durch eine Ausstellung in Berlin 1922 bekannt wurde

Kubismus

(lat. cubus, "Würfel"), ab 1908-09 in Paris entwickelte Stilrichtung, die erstmals seit der Erfindung der Zentralperspektive in der Renaissance wieder auf einen festen Betrachterstandpunkt verzichtet und den zu malenden Gegenstand polyperspektivisch (Perspektive) zerlegt, in geometrischen Facetten wiedergibt und farblich auf Graubrauntöne reduziert (= analytischer Kubismus); durch Einfügen von Realitätsfragmenten entstehen ab 1912 erste kubistische Collagen (= synthetischer Kubismus)

L

Lapislazuli

(pers.) blauer Edelstein; diente früher zur Herstellung von Pigmenten

lasierend

(pers.) durchscheinend

Lasieren: Wenn die Farbe in einer Reihe transparenter oder halbtransparenter Schichten über eine Untermalung aufgebaut wird. Die Wirkung aufeinanderfolgender Farbschleier ist eine wesentlich andere als alles, was man mit opaken Farben erreichen kann.

Lasur

(pers.) nicht deckende, dünn aufgetragene Farbe, durch die die tiefer liegenden Farbschichten durchscheinen, wodurch die Tiefe und Leuchtkraft eines Bildes gesteigert wird. Eine Lasur erfolgt fasst immer mit mehr oder weniger transparenten Farben die kein Weiß enthalten. Da Weiß das Licht reflektiert, würde die Transparenz der Farbe auch bei kleinsten Weißbeimischungen gemindert oder sogar vollständig zerstört werden.

Lichtregie, Lichtführung

Gestaltungsmittel bei Kunstwerken; je nach Art und Anordnung der Lichtquelle (natürlich, künstlich, inner- oder außerhalb des Bildes) entstehen verschiedene Wirkungen

Linearperspektive

(lat.) die mit Hilfe von Geraden erzeugte Illusion von räumlicher Tiefe auf einer Fläche; Gegensatz. zu Farb- und Luftperspektive; in der Renaissance v. a. als Zentralperspektive angewandt

Lokalfarbe

die Eigenfarbe des im Bild dargestellten Gegenstandes unter "objektiven" Lichtverhältnissen; Gegensatz. zu Erscheinungsfarbe

M

Malerei

Kunst der Fläche (im Unterschied zu den dreidimensionalen Künsten Plastik und Architektur), die mittels Farbe und Linie gestaltet wird

Maltechniken

Mit dem Begriff "Maltechnik" werden neben der Art und Weise des Farbauftrages alle Fragen der Herstellung und Verarbeitung der verwendeten Werkstoffe beschrieben; die typischen Eigenschaften der unterschiedlichen Maltechniken ergeben sich vor allem aus den verwendeten Bindemitteln

Manierismus

(von ital. "maniera") europäische Stilphase, die von ca. 1510-1600 auf die Renaissance folgt, sich gegen die klassische Auffassung der Hochrenaissance wendet und durch Eigenwilligkeit und spannungsreiche Gegensätze, Übertreibung und Verzerrung der Darstellung gekennzeichnet ist, im übertragenen Sinn gelten auch Übertreibungen in anderen Stielepochen als "manieristisch"

Medien

Mehrzahl von Medium (vgl. Medium); umgangssprachlich gebraucht für alle Informations- und Kommunikationsleistungen, die sich eines technischen Mediums bedienen; meist sind die Massenmedien gemeint (z. B. Zeitung, Plakat, Film, Fernsehen)

Memento -mori

(lat.) "Gedanke des Todes", durch Vanitas- oder Memento-mori-Symbole wie Totenschädel, Stundenglas oder Kerze veranschaulichte Mahnung an die Vergänglichkeit

Miniatur

(lat.) Bild oder Zeichnung als Illustration einer alten Handschrift

Mischtechnik

Mit "Mischtechnik" wird die Kombination verschiedener Maltechniken bezeichnet; besonders bedeutend in der Geschichte der Maltechniken war die Kombination von Tempera- und Ölmalerei; Untermalungen erfolgten oft schichtenweise in Temperatechnik; darauf wurden lasierende Ölschichten aufgebaut; Experimente mit Mischtechniken hatten aber auch zur Folge, dass Farben nicht auf dem Malgrund hafteten und sich im Laufe der Zeit ablösten; davon ist z. B. das berühmte Wandbild "Das Abendmahl" von Leonardo da Vinci betroffen: Leonardo benutzte eine Öl-Tempera-Mischung mit wässrigen Bindemitteln, die sich nicht mit dem feuchten Untergrund der gekalkten Wand vertrugen; im Verlauf der Jahrhunderte wurde immer wieder versucht, das Bild durch aufwändige Restaurierungen zu retten

Moderne

Kunstepoche mit unklarem Beginn, deren Voraussetzung seit der Befreiung des Künstlers von alten Abhängigkeiten (Hof und Kirche) um 1800 gegeben ist, die aber auch mit der Befreiung von der exakten Wiedergabe und mit der Autonomie der Mittel seit dem Impressionismus einhergeht

mythisch

(griech.) sagenhaft, erdichtet

N

Nass in Nass Technik (1)

in der Wasserfarbenmalerei (Aquarell, Deckfarben) wird auf stark saugfähigem Papier gemalt Nach Bob Ross auch in der Öl- Malerei angewandt

Nass in Nass (2) Als nass auf nass bezeichnet man das Malen von neuen Farbschichten auf nassen Farben. Es wird also auf den noch nassen Farben der ersten Schicht die zweite Schicht aufgetragen oder die noch nassen Farben direkt auf der Leinwand vermischt.

naturalistisch

äußerlich richtig, an der optischen Wirklichkeit orientiert, mimetische Elemente enthaltend; trotz gelegentlich hohen abstraktionsgrades ist auch ein impressionistisches Bild noch naturalistisch

Neue Sachlichkeit

gegenständliche Stilrichtung der 1920er Jahre, mit zwei Strömungen: dem Magischen Realismus, der die Dinge geheimnisvoll auflädt, und dem Verismus (lat. verus, "wahr")

Neue Wilde

auf die Tradition der Fauves und des Expressionismus rückführbare Kunstrichtung der frühen 1980er Jahre, die sich betont emotional und antirational gebärdet, in großen Formaten, heftigen Malgesten und gezielter Formlosigkeit ausdrückt

Neuer Realismus

Die Kunst des Abstrakten Expressionismus ist auf innerseelische Vorgänge gerichtet. Sie ist unrealistisch und dem Betrachter nur schwer zugänglich. Die Künstler des Neuen Realismus wollen den Kontakt zwischen der Kunst und dem Menschen wiederherstellen. Der Neue Realismus entsteht etwa ab 1955 zur gleichen Zeit in Amerika (New Realism) und Europa mit Schwerpunkt in Frankreich. Er ist also eine Gegenströmung zur abstrakten Kunst. Die Künstler übernehmen die Techniken der Collage und Assemblage. Sie fügen Gegenstände des täglichen Konsums in ihre Bilder ein, kombinieren sie mit den gemalten Bildern. Vertreter: Robert Rauschenberg, Jasper Johns, Yves Klein, Daniel Spoerri, Fernendes Arman u. a.NEUE SACHLICHKEIT: Begriff für die veristische Malerei der 20er Jahre in Deutschland, die im Gegensatz zum Expressionismus Realität detailliert und sachlich wiedergeben wollte. Vertreter: Otto Dix, George Grosz, Karl Hubbuch, Alexander Kanoldt u.a.

O

Ölfarben

pigmenthaltige, flüssige Farben, die als Bindemittel trocknende Öle (z. B. Leinöl) enthalten; Ölfarben lassen sich mit Terpentinöl verdünnen und lasierend sowie deckend vermalen

Ölmalerei

Maltechnik, bei der mit Ölfarben auf gut grundierten Malgründen (z. B. Holz, Leinwand, Karton, Metall) gearbeitet wird

OP-Art

(engl. optical art "optische Kunst") Eine zeitgenössische Kunstform, die in den sechziger Jahren ihre stärkste Ausstrahlungskraft besaß. Sie basiert auf rein linearen Strukturrastern, die durch minimale Veränderung in regelmäßigen Reihungen Raum- oder Körpereffekte ergeben (Flimmereffekte, Nachbilder) und Kompositionen, die mittels Farbperspektive optische Effekte erzielen. Vertreter: Josef Albers, Victor Vasarély u. a.

Originalität

(lat.) Ursprünglichkeit, Besonderheit, Fähigkeit des Künstlers zu außergewöhnlichen Denk- und Darstellungsweisen

P

Palette

(franz.) "kleine Schaufel", Mischbrett für Farben; im übertragenen Sinne auch "Farbwahl", Bandbreite der Farben in einem Werk

Papier

(griech. papyros „Papyrusstaude") ein überwiegend aus Pflanzenfasern durch Verfilzen, Verleimen und Pressen hergestellter Werkstoff; heute wird synthetisches Papier aus Chemiefasern hergestellt

Pastell

Pastell leitet sich von Paste aus dem italienischen Wort "pasta" (Breiklümpchen, Teig) ab.

Pastellfarben bestehen aus Gemischen von mittelfeinen Pigmenten mit Wasser und Bindemitteln, wie Gummiarabikum, Tragant oder Zuckerlösungen. Diese teigartigen Mischungen werden zu runden oder kantigen Stiften geformt. Nach dem Trocknen werden die Pastell-Stifte beim Malen zu feinen Farbpartikeln zerrieben, die auf der Oberfläche des Malgrundes haften.


Der Begriff "Pastell" bezieht sich nicht, wie oft gemeint, auf die Farbtöne, sondern auf die Konsistenz der Pastellfarben.

Zu Urzeiten wurden für die Höhlenmalerei "Pastellstifte" hergestellt, indem Teige aus Farbpigmenten in Röhrenknochen getrocknet wurden. Als Kolorierung in der Handzeichnung lässt sich die Pastellmalerei bis ins 15. Jh. zurückverfolgen.

Im 18. Jh. wurde sie zu einer Mode-Erscheinung des Rokoko.

Erst in der Neuzeit wurde sie wieder ernsthafter betrieben. Über die bekannten Darstellungen von Edgar Degas oder Pierre Auguste Renoir findet die Pastellmalerei bis in die heutige Zeit weite Verbreitung.

Zeichnerische Linien, Schraffuren, trocken überlagerter Farbschichten (Lasur) sowie weich verwischte Bildpartien zeigen die vielfältigen Möglichkeiten der Pastellmalerei.

Pastellmalerei ist also eine Trockenmalerei, die mit Pastellstiften auf weißen oder getönten Malgründen durchgeführt wird.

pastos

(ital.) "teigig", dick aufgetragene Farbe; dickflüssig

Peinture-écriture

franz.) "Malerei-Schreibkunst", ein an Schriftzeichen erinnerndes Gemälde, der Kalligrafie ähnlich

Perspektive

(lat. perspicere, "hindurchschauen") die Illusion von Räumlichkeit auf einer Fläche durch Mittel wie Linear-, Zentral- oder Farb- und Luftperspektive

Phantastischer Realismus

Der phantastische Realismus ist weder an eine Zeit gebunden, noch hat er eine besondere Ausdrucksform. Zu allen Zeitzen suchten Künstler Zugang zu mythischen Themen und Traumwelten. Um 1950 gibt es eine Gruppe junger Künstler, die sich enger zusammenschließen und als "Wiener Schule des Phantastischen Realismus" bekannt werden. Sie befassen sich zunächst mit dem Surrealismus und dem Jugendstil und lassen Merkmale dieser Stile in ihre eigene Kunst einfließen. Ihnen allen ist ein Hang zur Mythologie eigen, zur Fabel, zu kosmischen Träumen, erotischen Phantasien und Weltuntergangsvisionen. Vertreter: Arik Brauer, Ernst Fuchs, Rudolf Hausner, Friedensreich Hundertwasser, Arnulf Rainer u. a.

Pigment

(lat.) zur Färbung von Gewebe oder zum Malen bestimmter Farbstoff, meist in feiner Pulverform

Pigmente

Unter den bekannten Pigmenten (lat. pigmentum, „Farbe“, „Schminke“) versteht man anorganische oder organische, bunte oder unbunte Farbmittel, die (im Gegensatz zu den Farbstoffen) im Anwendungsmedium (praktisch) unlöslich sind. Anorganische Pigmente Bei den anorganischen Pigmenten unterscheidet man natürliche und künstliche Mineralfarben. Zur ersten Gruppe gehören Erden und Mineralien (Erdfarben), die zur Anwendung keiner oder nur einer mechanischen Aufbereitung bedürfen. Zur zweiten Gruppe gehören anorganische Pigmente (Metallfarben, Kohlenstofffarben), d. h. Produkte aus unterschiedlichen Herstellungsverfahren. Organische Pigmente Organische Pigmente kommen in der Natur vor („Tier-“ oder „Pflanzenfarben“) und lassen sich teilweise mit einfachen Mitteln produzieren, z. B. das Rebschwarz. Manche haben ihre Bedeutung verloren, wie das einst aus dem Urin von Kühen hergestellte Indischgelb. Auch das Hämoglobin (der Farbstoff des Blutes) zählt zu den Pigmenten.

pleinairistisch

abgeleitet von Pleinair: (franz.) Freilichtmalerei

Pluralismus

Die Aneinanderreihung von Malstilen und Kunstrichtungen, wie wir sie seit dem Impressionismus kennen, hört nach 1980 auf. Nun folgen vielfältige, unterschiedliche, ja widersprüchliche Auffassungen im Werk der Künstler. Die Generation der achtziger und neunziger Jahre greift in Bereiche ein, die früher nicht zum Bild der freien Kunst gezählt haben. Die Kunst ist dabei, alle bisherigen Grenzen zu überschreiten. Sie bedient sich aller angebotenen Mittel, die dazu geeignet sind, Kunst herzustellen. Neben den traditionellen Disziplinen Malerei Grafik, Bildhauerei wird nun ein Vielfalt neuer Möglichkeiten eingesetzt: Objektkunst, Aktionskunst, Film, Fernsehen, Video, Fotografie, Computer, Design, Licht, Laser, Architektur, Werbung, Musik Sprache, Gesang, Theater. Die Künstler sehen auch keine Kluft mehr zwischen der Kunst der Vergangenheit und Gegenwart. Alle Stilarten stehen in den Werken gültig nebeneinander oder vermischen sich.

Pointilismus

(franz.) vom Impressionismus ausgehende Richtung mit punktförmigem Farbauftrag (auch "Neoimpressionismus" oder "Divisionismus"

Pop-Art

(engl. pop, "Knall", popular, "volksnah"), in den angels. Ländern entwickelte Richtung, in den 1960er Jahren dominierend; die Pop-Art reproduziert, reflektiert und ironisiert die Produkte der Reklame und des Konsums durch scheinbar unkünstlerische Mittel wie dem Siebdruck


Profil

(ital.-franz.) Seitenansicht des menschlichen Kopfes, je nach Winkel zum Betrachter spricht man von reinem Profil; Dreiviertel- und Halbprofil; Längs- oder Querschnitt durch Körper, besonders bei vorspringenden Architektur- oder Möbelelementen

Proportion

(lat.) Größen- oder Maßverhältnis

Psychogramm

(griech.) bildnerischer Ausdruck der seelischen Verfassung, bes. im abstrakten Expressionismus

Q

R

Radierung

Tiefdruckverfahren (vgl. Drucken)

Raum

in Architektur und Stadtbaukunst von Wänden und Decke begrenzter innerer Teil eines Bauwerks oder von verschiedenartigen Baukörpern begrenztes städtebauliches Gefüge (z. B. Straßen oder Plätze)

Realismus

(lat. realis "die Sache betreffend) in der Kunstgeschichte allgemein eine künstlerische Einstellung, die sich gegen ungeprüfte ästhetische Kunstauffassung richtet, die vorgefundene alltägliche Realität aber mit durchaus verschiedenen stilistischen Mitteln darstellt. Im weitesten Sinn ist mit jeder Auseinandersetzung des Künstlers mit den sicht- und tastbaren Erscheinungen der Wirklichkeit, mit den "realen" Dingen, Realismus gegeben, und jede Kunst, die abbildenden Charakter hat, steht im Spannungsfeld zwischen "Realitäten" und deren Interpretation durch den Künstler.

Realistisch

von äußerer und innerer Richtigkeit; zum Realismus gehörend; vgl. auch naturalistisch und idealistisch

Renaissance

(franz. "Wiedergeburt"), auf die klassische Antike und deren wissenschaftliche, philosophische und künstlerische Leistungen bezogene, in Italien um 1420 und in Deutschland um 1500 einsetzende Stilrichtung und humanistische Geisteshaltung, mit der die Neuzeit beginnt und das Mittelalter mit seinem letzten Stil, der Gotik, abgelöst wird; bezeichnend ist die Abkehr von einer ausschließlich jenseitsorientierten Lebenshaltung hin zu einer genauen Beobachtung alles Irdischen; damit einher gehen erste Aktstudien, physiognomisch genaue Porträts, Selbstporträts; Zentralperspektive, naturalistische Stillleben- und Landschaftsdarstellung; "Universalgenies" wie Leonardo da Vinci, Michelangelo und Raffael in Italien, Dürer in Nürnberg treiben unter anderem anatomische Studien und werden als Divino artista geehrt

Reproduktion

(lat.) Nachbildung, Vervielfältigung eines Kunstwerks

Rokoko

(franz. rocaille, "Muschelwerk"), aus dem Barock hervorgehende, an den europäischen Höfen gepflegte, dekorative Stilrichtung, deren Ende mit den politischen Konsequenzen der Aufklärung (Frz. Revolution, 1789) einhergeht

Romantik

um 1800 entstandene Richtung der Malerei, von der Verherrlichung hoher Gefühle, religiöser Versenkung in die Schöpfung, Rückbesinnung und Verklärung des Mittelalters und Sehnsucht nach Freiheit geprägt


Runge

Philipp Otto Runge (1777-1810), dt. Maler, Dichter und Kunsttheoretiker der Romantik; entwickelte dreidimensionales Modell (Farbenkugel) zur Farbtheorie und Farbenlehre

S

Schablonieren

Eine Abdecktechnik, bei der Farbe (mittels eines Hilfsmittes: Der Schablone) auf bestimmte Bereiche des Bildes aufgetragen und gleichzeitig von anderen fern gehalten wird.

Schattieren

in Grafik und Malerei Gegenstände farblich abtönen bzw. durch Strichlagen (Schraffuren) abdunkeln, um Licht und Schatten darzustellen und den Eindruck von Körperhaftigkeit oder Raumhaftigkeit zu erzeugen


Sgraffito-Technik (1)

(ital.) Kratztechnik; daher der Begriff "Graffiti" für Wandparolen

Sgraffito (2)

Hier wird in die Farbschicht gekratzt, um entweder das Weiß der Leinwand oder eine andere darunterliegende Farbe aufzudecken. Hierzu muß die Farbschicht noch feucht sein!!

'shaped canvas'Fetter Text

(engl.) "geformte" Leinwand mit unregelmäßigem Umriss

Subtraktive Farbmischung

Neben der additiven Farbmischung gibt es noch das Phänomen der "subtraktiven Farbmischung"; stellt man eine rote, gelbe und blaue Farbscheibe hintereinander, sodass sie sich partiell überdecken, und hält sie gegen das Licht, entstehen Grün, Violett und Orange; Wo sich alle drei Scheiben überdecken und kein Licht mehr durchdringen kann, entsteht Schwarz; das Mischen von Malfarben ist ebenfalls eine subtraktive Farbmischung; im Vergleich zum Experiment mit den farbigen Gläsern entsteht jedoch kein reines Schwarz, sondern ein schmutziges, dunkles Graubraun

Suprematismus

(lat. supremus, "der Höchste"), von Malewitsch zwischen 1913 und 1915 entwickelte abstrakte Kunstrichtung, welche der "reinen Empfindung" der Gegenstandslosigkeit den Vorrang (die "Suprematie") vor dem abgebildeten Gegenstand gab, Konstruktivismus

surreal

(franz.) traumhaft, unwirklich

Surrealismus

(franz.) in der Nachfolge des Dadaismus mit dem "Surrealistischen Manifest" von Andre Breton im Jahre 1924 hervorgetretene Bewegung, die, beeinflusst von Freuds Psychoanalyse, die Welt des Traums, des Unterbewussten und Überwirklichen dazustellen versucht und hierfür neue Techniken und Methoden (Automatismus) entwickelt

Symbolismus

(griech. symbolon, "Zeichen"), europ. Kunstströmung des ausgehenden 19. Jhs., Gegenbewegung zu den auf das Sichtbare konzentrierten Richtungen Realismus und Impressionismus; Fantasie, Traum, Halluzination, Vision sind die Themen von Künstlern

synthetisch

(griech.) zusammensetzend, künstlich hergestellt

Synästhesie

(griech.) Miterregung eines Sinnesorgans bei Reizung eines anderen, z. B. Farbwahrnehmung bei akustischem Reiz oder umgekehrt "Farbhören"

synästhetisch

(griech.) gleichzeitig mit verschiedenen Sinnesorganen wahrnehmend

T

Tableau

(franz.) "Bild, Gemälde", im weiteren Sinne Begriff aus der Objektkunst für ein Arrangement aus verschiedenen Gegenständen, z. B. aus Objets trouvés

Tachismus

(franz. tache, "Fleck"), abstrakte Malerei mit ausgeprägter Gestik, z. T. vom amerik. Actionpainting beeinflusst und verwandt mit abstraktem Expressionismus und Informel

Temperamalerei

Kennzeichen der "Temperamalerei" (lat. temperare, "mischen") sind eine matte, deckende Farbschicht und der schnelle Trocknungsprozess; dabei können die Pigmente mit Bindemitteln versetzt werden, die sowohl wasserlöslich als auch wasserfest abbinden; Bindemittel sind und anderem Kasein (wasserlöslich, Kaseintempera) oder eine Mischung aus Eigelb und Leinölfirnis (wasserunlöslich, Eitempera); "Eitempera" war vor der Einführung der Ölmalerei im 15. Jahrhundert, die Jan van Eyck zugeschrieben wird, die am weitesten verbreitete Maltechnik; als Schutzschicht wird bei der Temperamalerei nach Fertigstellung des Bildes Firnis aufgetragen

Tonpapier

ein kräftiges, samtmattes Papier in zahlreichen leuchtenden Farbtönen

Tonwert

Bezeichnung für die Leuchtkraft, die Lichtqualität einer Farbe

Triptychon

(griech.) dreiteiliges Bild (zweiteiliges: Diptychon; mehrteiliges: Polyptychon)

Trockener Pinsel

Mit einem Minimum an Farbe auf dem Pinsel arbeiten, so das die darunterliegende Farbe nur zum Teil überdeckt wird.

trompe-I'oeil

(franz.) Augentäuschung

U

Unikat

(lat.) Einzelstück, im Gegensatz. zu reproduzierbaren Kunstwerken wie Druckgrafiken

Untermalung Eine Untermalung wird in der Regel nur in der Lasurtechnik verwendet, da sie sonst kaum Sinn macht. Als Untermalung werden die unter den letzten Lasuren befindlichen Farbschichten bezeichnet. Diese können in Weiß bei der Weißuntermalung oder auch farblich als Lasur hauptsächlich in den Schattenbreichen sein. Mit einer Untermalung soll erreicht werden, dass entweder die darüber liegenden Lasuren heller oder dunkler wirken (Weißuntermalung) oder Farben in mehreren Schichten verstärkt oder verändert werden sollen. So kommt es, dass beispielsweise eine rote Farbe einen Hauch gelb durchscheinen läßt. Die einzelnen Schichten müssen zwischendurch immer gut getrocknet sein, so dass die nächste Schicht grundsätzlich auf einem trocknem Untergrund aufgetragen wird.

Übermalung Als Übermalung bezeichnet man die letzten lasierenden oder auch weißen Farbaufträge. Bei den lasierenden Farbaufträgen ist der Übergang zwischen Unter- und Übermalung oft fließend und nicht genau definierbar. Bei weißen bzw. mit Weißmischungen gemalte Farbaufträge auf die vorherigen Lasuren bezeichnet man dagegen immer als Übermalung.

V

Valeur

(franz.) Wert, Ton- und Farbwert in seiner Abstufung durch Licht und Schatten

Vanitas-Motiv

Gegenstand, der an die Vergänglichkeit des irdischen Daseins gemahnt, z. B. eine Blume oder ein Tier, auch Memento-mori-Symbole wie Totenschädel, Stundenglas und Kerze

Visuelle Zeichen

alle durch das Auge wahrnehmbare Zeichen; man unterscheidet zwischen natürlichen Zeichen (Symptome oder Merkmale, die vom Menschen erst nachträglich als Zeichen interpretiert werden) und künstlerischen Zeichen (Wortzeichen, Signale, substitutive Zeichen, Symbolzeichen); Semantik (ein Zeichen muss etwas bedeuten), Syntaktik (ein Zeichen muss sich auf andere Zeichen beziehen), Pragmatik (ein Zeichen muss wirken)


W

Wachskreiden

Wachsmalstifte, die sich mit Terpentin oder anderen Lösungsmitteln vermalen lassen; prächtige Wirkungen durch ihre leuchtende Farben; eignen sich besonders für großformatige Darstellungen und Mischtechniken

Weißhöhung Wie der Name schon sagt, wird hier im mehreren Schichten die weißen oder auch die mit Weiß aufgehellten Flächen der Farbauftrag erhöht. Damit wird eine langsam weniger werdende Transparenz der darunter liegenden Farbe. Es entsteht eine höhere Reflektion des Lichtes und eine mehr oder weniger plastische Erhöhung die sich auch obtisch im zweidemensionalen Bild als leuchtende Erhöhung auswirkt.

Wiener Aktionismus

In Wien entsteht aus der Happeningszene eine neue Aktionsform. Es ist eine Art Theater, teils inszeniert, teils improvisiert. Diese künstlerischen Aktionen sind allerdings so extrem von der herkömmlichen Kunstauffassung abgewandt, dass die Besucher geschickt, angeekelt, angewidert und fassungslos sind. Die Wiener Aktionisten verstehen sich als Moralisten, die aufrütteln wollen gegen Anpassung und Heuchelei. Sie lehnen die Autorität von Staat und Kirche ab. Anfangs geht es ihnen darum, die Malerei zu überwinden und ein Gesamtkunstwerk zu schaffen, bei dem der Körper mit einbezogen wird. Später wollen sie sich durch ihre hemmungslosen Aktionsspiele von ihren Aggressionen befreien. Vertreter: Hermann, Nitsch, Rudolf Schwarzkogler, Günter Brus u. a.

X

Xylografie

(griech. xýlon "Holz" und gráphein "schreiben") eine Sonderform des Holzschnittes

Y

Z

Zeichnen

Informationsträger für eine Nachricht oder den Teil einer Nachricht; Sender und Empfänger müssen den Bedeutungsumfang der Zeichen kennen; ein Zeichen ist nicht nur ein gestaltetes Bild, es kann auch eine Geste sein (Körpersprache), ein Symptom, ein akustisches Signal usw.; es gibt hauptsächlich visuelle, auditive und taktile Zeichen

Zeichenflächen

meistens Papier, aber auch andere Materialien (Karton, Holz, Leinwand, Leder, Stein u. a.)

Zeichenmittel

Bleistift, Filzstift, Kugelschreiber, Kohle, Kreide, Rötel, Wachskreide, Feder, Pinsel, Pastellkreide

Zeichnung

Formgestaltung in der Fläche, die (im Gegensatz zur Malerei) vor allem an die Linie gebunden ist; die Zeichnung kann nicht nur künstlerische Aussage sein (z. B. Illustration, abstrakte Liniengefüge usw.), sondern auch sachlichen Mitteilungswert haben (z. B. Werkzeichnung, Bauplan und dgl.)

Zentralperspektive

(lat.) in der Renaissance entwickelte Form der Linearperspektive, bei der sich die in eine scheinbare Tiefe gehenden, als Schrägen dargestellten "Fluchtlinien" eines Gegenstandes in einem "Fluchtpunkt" treffen

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Uwe Brüchner

ich habe mir Genehmigungen von verschiedenen Seiten wie z.B. Nerchau-Farben eingeholt, diese Texte zu verwenden bzw. zu verändern und zu ergänzen.

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