Künstlerkreiden

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Künstlerkreiden

Die Produktpalette und Anwendungsbereiche von Künstlerkreiden sind nahezu unbegrenzt. Wichtigster Bestandteil von Künstlerkreiden sind Farbpigmente. Deren besondere Farbreinheit garantieren die für Künstler so wichtige Lichtbeständigkeit. Außerdem bestehen Künstlerkreiden aus speziellen Bindemitteln und Füllstoffen. Künstlerkreiden lassen sich grob einteilen in:

  • Pastellkreiden
  • Graphitkreiden
  • Aquarellkreiden
  • Ölkreiden
  • Monochrome Kreiden und Stifte


[bearbeiten] Pastellkreiden

Pastellkreide ist eines der ältesten Zeichenmittel und geht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Das Wort "Pastell stammt von dem italienischen Wort "Pasta" (Teig) ab, denn früher wurden die Pigmente mit Hilfe eines Bindemittels zu einem Teig geknetet.

Bestandteile
Farbpigmente
Füllstoffe (Ton, Calciumcarbonat, Bimsmehl, Quarzmehl, Kaolin)
Bindemittel (z.B. Cellulosederivate)

Diese Bestandteile werden miteinander verknetet, in die jeweilige Form gepresst und anschließend getrocknet.

Kein Brennvorgang! Die empfindlichen Pigmente würden bei den beim Brennvorgang entstehenden hohen Temperaturen verkohlen.

Im Vergleich mit anderen Malkreiden ist der Pigmentanteil sehr hoch. Fette oder Öle werden nicht oder nur in sehr geringer Menge verwendet. Deshalb sind Pastellkreiden verwischbar und müssen am Schluß immer fixiert werden. Pastellkreiden lassen sich zu feinem Pulver vermahlen. Sie sind dann mit Ölen vermalbar. Pastellkreiden haften besser auf rauhen Untergründen, z.B. auf weichen, leicht gekörnten Velourspapieren oder auf schweren Papieren mit grobkörniger Oberfläche.

[bearbeiten] Pastellkreidestifte

Pastellkreidenstiften sind Pastellkreiden in Stiftform. Die Kreide wird hierbei erst in eine Minenform gepresst und anschließend holzummantelt. Ob man Pastellkreide in der Kreiden- oder in der holzgefassten Stiftform benützt, hängt vom Stil des Künstlers und von der Größe des Motivs ab . Pastellstifte eignen sich für Details, feine Linien und Schraffuren. Wie Pastellkreiden lassen sie sich leicht verwischen und müssen fixiert werden.


[bearbeiten] Graphitkreiden

Bestandteile
Wie Bleistifte: Graphit-/Tonmischung; in mehreren Härtegraden erhältlich.
Haupteinsatzmöglichkeit

Schnelle Skizzen und Studien

Eigenschaften

Großer Durchmesser = intensiver, satter Abstrich. Zum Anlegen großer Flächen kann die Längsseite der Kreide verwendet werden. Extrem licht- und alterungsbeständig.

Spitzbar mit Spitzer oder Schmirgelbrettchen. Graphitkreide läßt sich zu Pulver vermahlen und dann verwischen. Je weicher die Kreide, desto besser läßt sie sich verwischen. Durch die Auflösung des Pulvers in Babyöl läßt sich Graphitkreide auch vermalen, so daß man vom "Zeichnerische" ins "Malerische" kommt. Frottagetechnik: Legt man einen Gegenstand mit strukturierter Oberfläche unter ein Blatt Papier, so wird diese Struktur beim Darüberreiben mit der Kreide sichtbar.


[bearbeiten] Aquarellkreiden

Bestandteile
Organische und anorganische, fein pulverisierte Pigmente, anorganische Füllstoffe (wie Ton, Calciumcarbonat, Kaolin), ggf. Gleitmittel sowie

Emulgatoren.

Eigenschaften
Mit Wasser vermalbar
Korrigierbar
Von glatten Oberflächen entfernbar


[bearbeiten] Ölkreiden

Ölkreiden bestehen aus

Bestandteile
Farbpigmenten
Fettsäurederivaten
Ölen und Wachsen sowie
Füllstoffen
Eigenschaften
Lassen sich zu feinen, transparenten Farbverläufen verwischen, ähnlich der Ölmalerei.
Haften auf nahezu allen, auch glatten Oberflächen. Fixieren ist nicht notwendig.
Wasserfest, aber mitTerpentin oder Benzin vermalbar. Trocken verwischbar.
Sehr deckende, kräftige Farben.
Schlecht korrigier- und nicht radierbar.
Nicht Temperaturen über 50°C aussetzen, Kreide wird sonst weich!


[bearbeiten] Monochrome Kreiden und Zeichenkreidestifte

Der Begriff "Monochrome" bedeutet "unfarbiges" Malen. Er umfasst alle wichtigen Farben und Töne für das Arbeiten in den Kontrastbereichen Hell-Dunkel bzw. Schwarz-Weiß.

Monochrome Kreiden sind:

  • Rötelkreiden
  • Sepiakreiden
  • Umbrakreiden
  • Bisterkreiden
  • Weißkreiden
  • Schwarzkreiden
Aufbau

Entspricht dem Aufbau der Pastellkreiden. Monochrome Kreiden enthalten allerdings mehr Farbpigmente und weniger Bindemittel.

Farbangebot

Beschränkt sich auf Erdfarben. Ursprünglich wurden die Farben aus Erdfarben hergestellt, heute mit Farbpigmenten.

Eigenschaften

Härter als Pastellkreiden, daher besser zum Zeichnen als zum Malen geeignet.

Monochrome Kreiden werden auch nochmal unterschieden in

[bearbeiten] Gebrannte und ungebrannte Kreiden

Gebrannte Kreiden sind härter und spröder. Die Farbpigmente reiben sich nicht so leicht ins Papier ein und müssen fixiert werden. Bei ungebrannten Kreiden sorgen besondere Bindemittel für einen weichen und geschmeidigen Abstrich. Die Pigmente werden besser ins Papier eingerieben, auf das Fixieren sollte verzichtet werden.

Viele Farbtöne sind in der gebrannten (Farbtonvariante mit spröderem Charakter) und in der ungebrannten Variante (Originalfarbton) erhältlich.

[bearbeiten] Fetthaltige und fettfreie Kreiden

Fetthaltige Kreiden haften durch das öl- und wachshaltige Bindemittel fester auf dem Papier. Sie haben einen geschmeidigen Abstrich mit seidenmatter Oberfläche. Sie sind schwerer verwischbar und nur bergrenzt lagerfähig, müssen allerdings nicht unbedingt fixiert werden. Fettfreie Kreiden lassen sich leicht verwischen und nass vermalen. Die Farbe sitzt relativ locker auf dem Zeichengrund und muß fixiert werden.

[bearbeiten] Zeichenkreidestifte

Hierbei handelt es sich um monochrome Kreiden in holzgefasster Stiftform. Ob man Zeichenkreiden in der Kreiden- oder in der holzgefassten Stiftform benützt, hängt vom Stil des Künstlers und von der Größe des Motivs ab. Monochrome Kreiden in Stiftform sind als sinnvolle Ergänzung für besonders detaillierte Arbeiten gedacht. Die Holzfassung schützt die Finger vor dem Verschmutzen.


Quelle : Faber - Castell