Grundausstattung (Aquarell)

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Material

[bearbeiten] Zeichenblock

Das Wichtigste beim Malen mit Aquarellfarben (Wasserfarben) ist ein guter Zeichenblock. Die Verleimung des Blockes sollte mindestens beidseitig, am besten auf allen vier Seiten angebracht sein. Die besten Erfahrungen habe ich selbst mit Hahnenmühle-Papieren gemacht, die eine Schwere von 250 bis 300 g/qm haben. Diese eignen sich hervorragend für Nass-in-Nass-Techniken, aber auch für relativ trockene Malstile. Die Oberfläche sollte rauh bis extra rauh sein, da gerade Anfänger damit meist besser zurecht kommen. Der Farbverlauf ist bei Nass-in-Nass-Techniken besser zu kontrollieren - sofern man überhaupt die Kontrolle über den Farbfluss haben kann.

[bearbeiten] Pinsel

  1. Rundpinsel
    1. Rotmarderpinsel Nr. 5, 8, 12
    2. Synthetikfaserpinsel Nr. 8
  2. Flachpinsel
    1. Rotmarderpinsel Nr. 14
    2. Synthetikfaserpinsel Nr. 18

Für Aquarellmalerei sind im Allgemeinen Rotmarderpinsel empfehlen. Die sind zwar etwas teurer, aber sie haben auch die höchste Wasseraufnahmefähigkeit. Alternativ verwende ich auch da Vinci Nova-Aquarellpinsel Serie 1570 (Gerstäcker), das sind Synthetikpinsel, die meiner Meinung nach sehr dicht an Rotmarderpinsel herankommen, aber deutlich billiger sind.

[bearbeiten] Farben

Viele Anfänger sind ziemlich überfordert, wenn sie das erste Mal Farben für die Aquarellmalerei einkaufen sollen, da die Palette und die Anbieter unglaublich vielfältig und zahlreich sind. Ich selbst habe die besten Erfahrungen mit Aquarellfarben von Schmincke (Horadam Künstleraquarellfarben) und Windsor & Newton (feinste Künstleraquarellfarben) gemacht. Beide sind im Preisleistungsverhältnis zu empfehlen. Für den Anfänger empfiehlt sich sowieso erst mal eine etwas kleinere Farbpalette, die ich wie folgt empfehlen kann:

Echtgelb hell, Indischgelb, Cadmiumrot, Krapplack, Französisch Ultramarin, Preußsischblau, Permanentgrün, Lichtgrün oder Saftgrün, Lichter Ocker, Sienna gebrannt, Sepia, Indigo

Das sind 12 Farben, mit denen man fürs Erste wunderbar auskommt. Mit Absicht ist hier kein schwarz oder weiß erwähnt, da Weiß durch das Freilassen von Flächen im Aquarell zustande kommt, und das Schwarz durch das Indigo ersetzt ist. Mischt man Indigo und Sepia zusammen, erhält man ein farbiges Grau, das je nach Abstufung viel lebhafter wirkt als ein reiner schwarzer Ton.

Als Portionen eignen sich für den Anfang am besten halbe Näpfe im Kasten. Wenn jemand viel und große Flächen malt (und daher auch große Pinsel braucht), sind ganze Näpfe die bessere Wahl. Arbeitet man generell sehr großflächig (ab DIN A 2) kauft man sich am besten die Tuben. Für kleinere Werke sind sie meist zu umständlich und verschwenderisch. Aber jeder hat so seine Vorlieben. Es gibt auch wasservermalbare Kreiden und Aquarellstifte. Diese eignen sich ganz gut, wenn man viel Architektur oder grafisch arbeitet. Man sollte sie aber immer nur zusätzlich anwenden, da die Ergebnisse nur mit Stift zumindest für großflächige Landschaften nicht zufriedenstellend sind.


[bearbeiten] Sonstiges Zubehör

  • zusätzliche Palette: Da mir die in den Aquarellkästen vorhandenen Mischpaletten meist zu klein und zu wenig sind, habe ich mir eine zusätzliche Palette aus Kunststoff mit vielen Vertiefungen gekauft. Alternativ kann man auch einen alten Eiswürfelbehälter aus Kunststoff benutzen. Die Vertiefungen haben genügend Volumen, dass man auch mal größere Mengen von Farben, z.B. für großflächige Lasuren, anrühren kann.
  • Naturschwamm: Ein Naturschwamm zum Anfeuchten großer Flächen für Nass-in-Nass-Malerei ist unerläßlich. Alternativ oder ergänzend eignet sich auch eine kleine Sprühflasche, mit der das Wasser auf das Papier aufgesprüht wird. Gleichmäßiger verteilt ist das Wasser jedoch in jedem Fall mit einem Schwamm.
  • Bleistifte: Für Vorzeichnungen eignet sich ein Bleistift der Härte HB und ein Knetradiergummi, da dieser die empfindliche Oberfläche des Papiers nicht so angreift.
  • Wasserbehälter: Als Wasserbehältnisse eignen sich alte Marmeladengläser. Man sollte auch immer zwei Gläser mit Reinigungswasser bereit stehen haben: Das eine für das erste Auswaschen des Pinsels, das zweite für einen zweiten Reinigungsgang und zum Wässern des Schwamms mit klarem Wasser oder Anfeuchten kleinerer Flächen mit dem Pinsel.
  • Küchentücher: Küchentücher sollten in jedem Fall bereit stehen, da man immer mal wieder den Pinsel abtrocknen muss und auch überschüssige Farbe vom Pinsel abnehmen will. Man kann mit Taschentüchern oder Kleenex beispielsweise auch sehr gut Wolken zaubern, indem man den Himmel lasierend anlegt und dann mit zerknüllten Kleenex-Tüchern Wolken aus der noch feuchten Farbe heraustupft.
  • Spatel/ Malmesser: Sinnvoll ist auch ein abgerundeter Spachtel/ Malmesser, mit dem man das Papier vom Block herunter-"schneidet". Ein Küchenmesser ist meist zu scharf und könnte die empfindliche Oberfläche des nachfolgenden Papieres verletzen.

[bearbeiten] Optionales für später

  • Salz und Wachs: Für interessante Effekte kann auch ein Schälchen mit Salz und eine weiße Wachskerze bereitstehen. Das Salz wird auf noch feuchte Farbe gestreut, wodurch kleine, unregelmäßige, helle Flecken auf dem Papier entstehen. Ein schöner Effekt für Schneeflocken oder Flechten oder Eisblumen. Mit der Wachskerze kann man Flächen markieren, die weiß bleiben sollen. Allerdings bleibt die Fläche später, wenn die Farbe drauf ist, nicht ganz weiß, sondern fleckig. Will man Flächen aussparen, die mit einer scharfen Kante weiß bleiben, sollte man Rubbelkrepp oder Maskierflüssigkeit anwenden. Diese aber immer nur mit einem sehr alten oder billigen Pinsel auftragen, weil die Flüssigkeit einmal fest geworden nur noch mit Verdünnung aus dem Pinsel herausgeht. Für nachträgliche kleinere weiße Flächen (z.B. Wellen) habe ich immer eine relativ harte Pastellkreide in weiß daneben liegen. Man kann auch Gouache- oder Acrylfarbe verwenden. Je nachdem, was man bezwecken will.
  • Ochsengalle: Ochsengalle ist ein gutes Mittel, um zum Beispiel neue Paletten "saugfähiger" für Wasser zu machen. Auf glatten Oberflächen perlt das Wasser ab, so dass sich Farben nicht so gut mischen lassen. Pinselt man jedoch zuerst etwas Ochsengalle auf die Palette, wird die Oberflächenspannung des Wassers herabgesetzt und die Farben lassen sich toll mischen. Generell verbessert es die Fließeigenschaften der Farben.

[bearbeiten] Grundwissen und -techniken

  • Der Unterschied zwischen Aquarellfarben und Wasserfarben? Der Unterschied liegt in der Reinheit und der Feinheit der Pigmente. Sie sind bei Aquarellfarbe hochwertiger, als bei Wasserfarben. Das Bindemittel der Farben ist bei Aquarell ebenfalls hochwertiger.
  • Der Pinsel wird normalerweise wie ein Stift, nur etwas höher, gehalten (Richtung Stilende). Bei Details können sie ihn ganz vorne anfassen. (Je nach Belieben).
  • Aquarellfarben sind nicht deckend.
  • einem Anfänger würde ich Vorskizzieren mit dem Bleistift empfehlen (Fehlerkorrekturen sind nur bei helleren Farbtönen möglich, wenn überhaupt)
  • gleichförmige Färbung in der Trockentechnik: richten sie eine Farbwassermischung in einen Näpfchen an. Stellen sie Ihren Zeichenblock ein klein wenig schief. Malen sie am obersten Rand einen waagerechten breiten Streifen. Arbeiten sie zügig und ziehen sie die Farbmischung mit senkrechten Pinselstrichen bis zur unteren Begrenzung. Der Zeichenblock sollte so schief stehen das sich das Wasser unten sammelt. Den Farbüberschuss entfernen sie mit einen trockenen Pinsel.
  • Abstufung in der Trockentechnik: Ziehen sie einen satten Farbstreifen wieder am oberen Rand des Blattes. Zeichnen sie waagerecht weiter, nach jedem Farbstreifen geben sie den Pinsel mehr Wasser.(von dunkel nach hell)
  • nass-in-nass-Technik: Befeuchten sie das ganze Blatt mit sauberem Wasser. Warten Sie bis das Blatt nur noch feucht ist, dann Malen Sie einfach und probieren es aus.
  • ein richtiges Bild malen: Skizzieren Sie mit Bleistift vor, malen Sie Gegenstände mit der hellsten Grundfarbe aus. Achten sie darauf, dass sie weisse Lichtflecken freilassen. Nun nehmen Sie den nächst dunkleren Farbton und tragen Sie die Farbschicht auf.

Schicht für Schicht.(Immer von weniger nach mehr)

  • Lasuren: Eine Lasur ist eine transparente Farbschicht, die über eine Farbschicht aufgetragen wird, so dass die darunterliegende Schicht durchscheint und von ihr verändert wird. Verwendungszweck:
  1. eine Farbe zu verstärken (gleicher Farbton )
  2. eine Farbe zu verändern (andere Farbton)
  3. um die "Farbtemperatur" eines Bildes zu ändern (anderer Farbton wärmer oder kälter)

Was das Malen selbst betrifft, so sage ich nur: Ausprobieren! Für die Farbenlehre gilt im Prinzip das Gleiche, wie für Öl und Acryl. Mit der Tiefenwirkung ist das ebenso (alles was hinten im Bild ist, heller und blauer, alles was im Vordergrund ist farbiger und dunkler). Weiße Flächen werden von vorneherein ausgespart oder mit Maskierflüssigkeit abgedeckt.

Viel Spaß! Trixi & Midge

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