ConniM (KdM Januar 2007)
Aus Malerfreunde Wiki
[bearbeiten] ConniM - Künstlerin des Monats Januar 2007
Wie hast Du unser Malerforum "Malerfreunde.com" gefunden?
Vor ca 2 Jahren begann ich ein Fernstudium im "Freien Malen und Zeichnen". Fast zum Schluss, als es um die Maltechniken, wie Öl-, Acryl- und Aquarellmalerei ging, begann ich im Internet nach Gemälden zu "fahnden", denn ich finde, dass man beim Anschauen von Bildern eine Menge lernen kann. Ich meine, was die Technik betrifft, nicht das Kopieren anderer Maler. Das Malerforum habe ich gefunden, als ich ganz konkret nach "Anleitung zum Aquarellmalen" suchte.
Welche Maltechnik bevorzugst Du und warum?
Zurzeit Aqarell, vielleicht weil ich das Komplizierte liebe, da ich anfänglich damit scheiterte. Ich denke, die langsame Steigerung der Bildqualität und die Vielfalt der verschiedenen Techniken innerhalb der Aquarellmalerei, liessen mich bei den Aquarellen verharren. Aquarelle passen gut zu meiner Persönlichkeit, denn ich bin ein Bewegungsmensch. Möchte 10 Dinge auf einmal tun, habe ständig Zeitmangel. Und ein Aquarellbild ist mit wenig Zeitaufwand fertig.
Welche Materialien benutzt Du?
Mein erster Aquarellkasten war von van Gogh. Inzwischen habe ich einen 24er von Horadam Aquarell. Blöcke habe ich von Hahnenmühle Britannia. Meistens 300 g/qm. Darauf habe ich mich eingefahren. Bin aber auch ständig am Testen anderen Papiers.
Probierst du auch andere Techniken aus?
Na klar. Richtige Bilder zu malen begann ich in Acryl. Neulich sah ich, mein Feldhase in Acryl ist von Januar 2006. Dann folgten noch ein paar Tiere. Aber ich denke, Acryl lasse ich sein. Allerdings reizt mich noch die etwas "härtere Nuss" der Ölmalerei. Öl hat Persönlichkeit, genau wie Aquarell. Hin und wieder Bleistift und Pastellbilder wird es wohl auch geben.
Wie findest Du Deine Malmotive?
Die Art meiner Motive kennt ihr ja. Am liebsten Menschen, dann Tiere und Landschaften – also Natur. Ich bin ein Landei? . Auf Wiesen und Feldern gross geworden. Ich lebe zwar jetzt in Berlin, aber eher wegen der Arbeit, und auch hier sehr am Rand, dicht an Wald und Feld. Mitten in der City würde ich eingehen. Da ich nie, vielleicht wird’s ja noch, etwas aus dem Kopf male, muss ich suchen. Am einfachsten findet man Vorlagen im Internet, die man ja etwas verändern kann. Ist aber m. E. nur eine Notlösung aus Zeitmangel. Inzwischen bin ich auch immer öfter auf Fotosafari. Später stelle ich mir vor in der freien Natur zu malen, in Verbindung mit Wandertouren. Ab und zu finde ich auch in Illustrierten ausdrucksstarke Motive oder male von Fotos ab.
Hat sich Dein Leben durch die Malerei verändert und wenn ja, wie?
Auf jeden Fall. Die einzige Tätigkeit, bei der ich alles vergesse. Der Weg von der Skizze zum fertigen Bild, es ist der Weg von innen (mir) nach aussen, ist berauschend. Zu sehen, wie etwas entsteht, dass aus mir zu kommen scheint. Jedes Bild ein kleine Geburt?, aber ohne Schmerz, eher mit Herz ( vom Herzen), ein Teil von mir. Dabei hatte ich diesen Teil mit ca 15 Jahren verloren. Als Kind habe ich viel gezeichnet einerseits, andererseits mich viel in der Natur bewegt, was sicher meinen Bildern anzusehen ist?!. Umso glücklicher bin ich jetzt, ich bin gerne allein, das Suchen in der Aussenwelt hat aufgehört, ich schöpfe Kraft aus mir selbst.
Wer oder was beschäftigt Dich außer der Malerei noch in deinem Leben?
Meine beiden erwachsenen Jungs. Und hier besonders die Frage: Wann werde ich endlich Großmama? Der Große ist 30, der Kleine 26. Zum Glück habe ich Arbeit, die mich beschäftigt und mir das Kaufen der teuren Malutensilien ermöglicht. Ab und zu gehe ich wandern. Hier in der Berliner Umgebung strackse ich an die 25 km pro Tag mit einem Wanderverein. Meistens bin ich das Küken, die anderen sind 60 bis 70 jährig, aber vollkommen fit. Ich liebe es mit ihnen zu plaudern, man kann dabei viel über das Leben lernen. Ich laufe auch allein. Dies sehe ich als eine Form des Meditierens. Der Kopf wird herrlich frei dabei. Allerdings erst nach 100 km, die lief ich 2005 auf dem Jacobsweg (von Nürnberg nach Rothenburg in 4 Tagen). Freier Kopf gibt kreative Gedanken, die ich dann in Gedichte fasse, auch ein Hobby von mir. Vor kurzem verlegte ich im Selbstverlag ein Buch zusammen mit einer "echten" Malerin. Sie malte die Bilder zu meinen Gedichten. Titel: Gedankengarten III. Das nächste Band kann ich nun selbstverständlich selbst illustrieren. Dann noch mein Fernstudium, dass ich im April 2007 fertig haben muss. Dann.... ach hier höre ich auf, das wird zu lang.
Respektiert deine Familie Deine Malerei und den Zeitaufwand, der damit verbunden ist?
Ich bin in der glücklichen Lage fast ausschliesslich meine freie Zeit selbst bestimmen zu können, denn ich wohne, nicht lebe, allein seit 2000. In meiner Familie bin ich der absolute "Sonderling". Einzig meine Kinder und mein Partner finden toll, dass ich male und was ich male. Meine Mutter würde mich eher als gute Hausfrau sehen wollen. Bin ich, aber nur manchmal. Ehrlich gesagt: seit ich allein wohne, weiss ich, wie chaotisch ich bin. Herrlich , wenn keiner meckert, dass die Salatblätter vom Frühstück im Aquarellkasten liegen. Ich male nämlich meine Aquarelle am Küchentisch, obwohl ich ein Malzimmer habe, aber da geht’s komischerweise nicht. Mein Partner, der zum Glück meine "Künstlermacke" versteht, hat selbst eine, spielt nachts laut Klavier, wohnt 4 km von mir. Wir haben, lt. der anderen ne ziemlich verrückte Beziehung (fragt sich, wer verrückt ist vielleicht die anderen). Komischerweise funktioniert sie bestens – unsere living apart together – Beziehung. Uns reicht das Wissen, da ist jemand, aber derjenige muss nicht ständig anwesend sein. Es scheint, als hätte ich auch hier das Richtige, was mir persönlich entspricht, gefunden.
Wer ist Dein Lieblingsmaler in der Vergangenheit und Gegenwart?
Ich würde nie einen Maler als meinen Liebling bezeichnen. Es ist eine Sache von nur einem Augen-Blick, in dem ich feststelle, ob mir ein Bild gefällt oder nicht. Der Maler spielt da keine Rolle. Abstrakte Malerei, Expressionismus und sowas liegt mir nicht besonders. Von den Impressionisten gefallen mir an erster Stelle Monet, dann Renoir, Degas, ach so viele. Für Spitzweg könnte ich mich begeistern, der schrieb auch Gedichte, oder Constable, Rembrandt natürlich. Na ja diese Richtung halt. Auch im Malerforum gibt es unglaublich viele Bilder, die mir gefallen. Ich denke man kann Rückschlüsse ziehen vom Bild zur Persönlichkeit/ zum Typ des Künstlers. Was ich im Malerforum spannend finde, wenn man wochenlang jemandes Bilder anschaut, ohne die Person zu kennen und plötzlich irgendwo dann ein Foto sieht. Überrascht war ich bei Biest. Ich hielt sie monatelang für einen "rätselhaften" Mann.
Hattest Du mit Deinen Bildern schon eine Ausstellung / eine Vernissage?
Nein. Aber es ist eine geplant für 2007 in Oranienburg, 30 km von Berlin. Dort in der Nähe lebte ich 45 jahre lang. Ich male daraufhin.
Wo siehst Du Dich und Deine Malerei in einigen Jahren?
Ich denke, dass ich meine Techniken noch verbessern kann. Ich freue mich auf jedes Bild, was ich malen werde. Bestimmt kombiniere ich wandern mit malen. Ein ausgewogenes Verhältnis von Ruhe und Bewegung, denn das (Gegensätzliche) scheint überhaupt der Schlüssel im Leben zu sein, um die Mitte (die Liebe) zu finden/zu bewahren.
Hast Du Vorschläge an die Moderatoren, um unser Forum noch besser zu gestalten?
Das erste, was mir in Forum auffiel, waren die vielen englischen Begriffe. Nicht-Englisch-Versteher dürften damit ziemliche Schwierigkeiten haben. Ansonsten finde ich es total klasse, obwohl ich keine Vergleichsmöglichkeiten habe. Es ist ein sehr interessantes, gut aufgebautes Forum mit netten Mitgliedern, die alle sehr hilfsbereit sind. Es macht Spass bilder anzuschauen einerseits, andererseits ist es sehr aufschlussreich, was die eigenen Bilder betrifft. Die Resonanz zeigt, wo die eigenen Stärken liegen und es motiviert enorm. Dass ich zur Künstlerin des Monats Januar 2007 gewählt worden bin, macht mich sehr glücklich, das war mein schönstes Weihnachtsgeschenk 2006. Ich danke Euch allen und wünsche Euch und den Moderatoren ein gesundes erfolgreiches wunderschönes Jahr 2007 und alles LIEBE
Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr fühle ich, dass es nichts gibt, was wahrhaft künstlerischer wäre, als die Menschen zu lieben. (Vincent Willem van Gogh)
In diesem Sinne
Gut Bild 2007
Conni Metzmacher
